Giersch Smoothie

Wildkräuter Smoothies - Nutzen & Gefahren

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Giersch Smoothie
Gesundheit

Wildkräuter Smoothies - Nutzen & Gefahren

Smoothies stellen eine einfache und schnelle Möglichkeit dar, sich ausgewogen und ausreichend mit wertvollen Pflanzenstoffen zu versorgen. Wegen ihrer vielfältigen Inhaltsstoffe sind Wildkräuter eine tolle Bereicherung und sorgen für Abwechslung im Smoothie. In diesem Beitrag erfahrt ihr, warum Smoothies aus Wildkräutern so gesund sind, aber auch worauf ihr achten solltet , damit es dabei bleibt.

Was machen Wildkräuter Smoothies so interessant für unsere Ernährung?

Wildkräuter sind nicht per se gesünder als unsere Kulturpflanzen. Dennoch wurden Nutzpflanzen von unseren Vorfahren über Jahrtausende hinweg vor allem nach Größe, Ertrag und Nachbaufähigkeit selektiert und nicht nach ihren Inhaltsstoffen. Auch in der modernen Züchtung stehen diese Eigenschaften meist im Vordergrund. Wildkräuter weisen oft einen hohen Gehalt an Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen auf, die in unserem heutigen gezüchteten Obst und Gemüse nicht mehr so mannigfaltig vorhanden sind.

Diese werden von unserem Körper in nicht so großen Mengen benötigt wie die Makronährstoffe (Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate) sind aber oft essenziell, da sie vom Körper größtenteils nicht selbst hergestellt werden können. Als Mikronährstoffe werden die Vitamine und Mineralstoffe bezeichnet. Diese leisten einen wichtigen Beitrag für Stoffwechsel, Hormonhaushalt, Reizweiterleitung, den Zellaufbau und vieles mehr.

So enthalten die Hagebutten der Hundsrose nicht nur sehr viel Vitamin C sondern sind auch noch reich an Ballaststoffen und Magnesium. Der Weiße Gänsefuß oder das Hirtentäschelkraut liefern viel Kalium und sind ebenfalls reich an Vitamin C. Viele Wildkräuter enthalten Bitterstoffe, die auf unserem heutigen Speiseplan meist fehlen und Verdauung und Stoffwechsel positiv beeinflussen können. Zudem können die Bitter-, Scharf- und Aromastoffe, die in manchen Wildkräutern enthalten sind, eine geschmackliche Abwechslung bieten und den Smoothie abrunden.

5 Regeln für die Verwendung von Wildkräutern im Smoothie

Da ihr mit einem Smoothie mehrere  hundert Gramm an Pflanzen in hoch konzentriertet Form aufnehmen könnt, solltet ihr ein paar Dinge beachten und im Hinterkopf behalten:

1. Mit Bitterstoffen nicht übertreiben

Gerade weil viele Wildkräuter Bitterstoffe enthalten, kann das gerade bei Einsteiger*innen zu einem zu bitteren Geschmack des Smoothies führen. Tastet euch langsam ran! Zwar sind Bitterstoffe in Maßen sehr gesund, doch in einer zu hohen Konzentration können sie schädlich sein. Auch sind sie nicht für alle Personengruppen geeignet: Gerade Menschen mit Gallensteinen, Nieren- oder Leberleiden sollten hier vorsichtig sein. Hier geht es zu unserem Artikel über Bitterstoffe.

2. Sammelort weise Wählen

Wegen der hohen Potenzierung der Inhaltsstoffe solltet ihr gut darauf achten, wo ihr die Wildkräuter sammelt. Viele Kräuter lagern verstärkt Schwermetalle und andere Stoffe von belasteten Böden ein, welche ihr euch dann im Zweifelsfall direkt zuführt. Achtet also gut darauf, dass ihr nicht in der Nähe von stark befahrenen Straßen, konventionell bewirtschafteten Ackerflächen, auf früheren Industrie- oder sonstig belasteten Flächen sammelt. Diesem Thema haben wir eine eigene Artikelreihe gewidmet, schau hier mal vorbei.

3. Weitere Inhaltsstoffe

Viele Wildkräuter, die gleichzeitig auch als Heilpflanzen eingestuft werden, werden wegen ihrer Inhaltsstoffe als Arznei genutzt. Oft werden sie nur für eine gewisse Dauer zur Therapie regelmäßig eingesetzt, danach ist eine Pause nötig. Dies gilt auch für Pflanzen, die Stoffe wie Cumarin (Steinklee oder Waldmeister), Thujon (Beifuß, Schafgarbe, Wermut), Erucasäure (Wilde Rauke, Acker Senf) oder Oxalsäure (Sauerampfer, Gänsefuß, Melde oder Sauerklee) enthalten. Hier solltet ihr nicht zu große Mengen an Wildkräutern in eurem Smoothie verwenden und vor allem nicht täglich. Denn diese Stoffe können bei hoher Konzentration und alltäglichem Gebrauch für euren Körper schädlich sein.

4. Pyrrolizidinalkaloide

Eine besonderes Risiko stellen Pflanzen dar, die Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthalten. Diese stehen im dringenden Verdacht, auf lange Sicht die Leber zu schädigen und sogar die Bildung von Tumoren zu fördern. Eine zu hohe Konzentration auf einmal kann unter Umständen auch direkt gefährlich werden. Die PAs finden sich in Pflanzen wie Huflattich, Borretsch, Beinwell, Vergissmeinnicht und den Greiskräutern.

5. Die wichtigste Regel von allen

Und natürlich solltet ihr beim Sammeln der Wildkräuter immer 100%ig sicher sein um welche Pflanze es sich handelt, damit keine giftiger Doppelgänger im Wildkräuter Smoothie landet!

Wildkräuter, die man häufig verwenden kann

Daneben gibt es einige Wildkräuter, die ihr regelmäßig und in großen Mengen konsumieren könnt. Dazu zählen die Vogelmiere, der Giersch und die Brennnessel. Gerade ein Giersch Smoothie ist super lecker und die Zutaten fast überall zu finden. Also seit kreativ und variiert eure Smoothies mit verschiedenen Zutaten und Wildkräutern und ernährt euch nicht zu einseitig, indem ihr jeden Tag dieselben Kräuter in den Smoothie schmeißt. So bringt ihr Abwechslung in eure Ernährung und könnt euch leicht mit vielen verschieden Nährstoffen versorgen.

Rezept - Birne Giersch Smoothie
Giersch Smoothie

Zutaten für 2 Giersch Smoothie

    • 1 Birne
    • 1 Handvoll Giersch
    • Kleines Stück Ingwer
    • 100 ml Saft
    • 20 ml Zitronensaft
    • Agaven-Dicksaft nach Bedarf
    • Kleine Rote Bete
    • 1 alte Banane
    • Wasser nach Bedarf

Zubereitung Giersch Smoothie :

  1. Zuerst die groben und festen Zutaten mit etwas Saft und Wasser durchmixen.
  2. Nun kann man die restlichen Zutaten hinzufügen, wobei man mit dem Süßungsmittel und auch den Wildkräutern zu Beginn etwas sparsamer sein sollte. Nachher kann man immer noch etwas hinzufügen.
  3. Um wirklich alle Zellen aufzuschließen und die wertvollen Inhaltsstoffe freizusetzen, sollte man einen Mixer mit mehr als 20.000 Umdrehungen die Minute verwenden

Bon appetit!

Andere Beiträge , passend zu Giersch Smoothie

Quellen

Larbig, Manuel. Mein Wildkräuterguide. Penguin Verlag, 2021.

Lüder, Rita. Grundkurs Pflanzenbestimmung. Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene. Quelle und Mayer Verlag Wiebelshaim, 2020.


Gerbstoffe

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Gerbstoffe

Den Pelz auf der Zunge

Gerbstoffe sind in einigen Wildkräutern, Sträuchern und Bäumen enthalten und sind aufgrund ihrer zusammenziehenden Wirkung bei Halsschmerzen, Durchfall und Entzündungen wirksam. Welche heimischen Pflanzen sich besonders eignen und die Menschen vor unserer Zeit diese sonst noch zu nutzen wussten, erfahrt in im folgenden Artikel.

Was sind Gerbstoffe?

Pflanzliche Gerbstoffe, auch als Tannine bekannt, sind ein wichtiger Wirkstoff der Phytotherapie. Sie verbinden sich mit Eiweißen der Schleimhäute und überführen sie so in eine wasserunlösliche Form. Es bildet sich eine schützende Schicht ausgefällter Proteine, welche die Schleimhäute stärkt und das Eindringen von Keimen verhindert. Schon lange machen wir Menschen Gebrauch von den wertvollen Eigenschaften dieser sekundären Pflanzenstoffe. Bereits die Germanen nutzten die Rinde und Früchte der Eichen in der Lederherstellung, da diese über hohe Mengen an Gerbstoffen verfügen. Im Gerbungsprozess entsteht Leder durch die Behandlung von Tierhäuten mit Gerbstoffen. Dies stabilisieren das Leder und verhindern Fäulnisprozesse.

Wie wirken Gerbstoffe?

Der zusammenziehende (adstringierende) Effekt geht mit einer antimikrobiellen, antiviralen und sogar entzündungshemmenden Wirkung einher. Insbesondere gegen Halsschmerzen sind Wildkräuter mit hohem Gerbstoffgehalt eine effektive Waffe.  Auch der Pflanze selbst dienen die Gerbstoffe als Schutz gegen Krankheitserreger und Fressfeinde. Tannine sind uns auch aus dem Rotwein bekannt, wo sie einen pelzig-raues Gefühl im Mund hinterlassen, indem sie mit den Proteinen unseres Speichels reagieren und diese gemeinsam ausflocken.

Eine wirkungsvolle Waffe gegen Halsschmerzen: Die Wurzel der echten Nelkenwurz (Geum urbanum)

Welche Wildkräuter haben viele Gerbstoffe?

Viele Wildkräuter sind Gerbstoffreich. Einige Arten sind noch gerbstoffreicher als andere, weshalb wir hier eine List mit Wildkräutern und anderen Pflanzen mit viel Gerbstoffen erstellt haben:

 

Wildkräuter

  • Sauerampfer
  • Andere Ampfer – Arten
  • Echte Nelkenwurz

Andere Pflanzengruppen

  • Eichenrinde & Eicheln
  • Heidelbeeren
  • Brombeerblätter
  • Himbeerblätter

Gerbstoffreiche Wildkräuter in der Hausapotheke

Zum Gurgeln kann die Wurzel der Echten Nelkenwurz (Geum urbanum) verwendet werden. Hierzu wird die Wurzel kleingeschnitten und mit etwas Wasser so lange aufgekocht, bis ein rot-brauner Sud entsteht. Auch bei Magen- und Darmentzündungen können andere gerbstoffhaltige Wildpflanzen wirksam sein. Jedoch eignet sich nicht jede dieser Pflanzen auch für eine innerliche Anwendung, da Gerbstoffe in hohen Konzentrationen die Verdauungsorgane wiederum reizen und die Aufnahme wichtiger Nährstoffe erschweren – so auch bei der Nelkenwurz. Deshalb sollte man diese nur zum Gurgeln verwenden. Eine andere Wildpflanze jedoch kann auch zu einem trinkbaren und gerbstoffhaltigen Tee zubereitet werden: Brombeeren, oder besser gesagt die Blätter dieses wehrhaften Gewächses.

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Folgende Artikel , Produkte und Kurse können wir dir zu diesem Thema ans Herz legen:

Quellen:

Fleischenhauer et. al.. Essbare Wildpflanzen. AT Verlag, 2007.

Larbig, Manuel. Mein Wildkräuterguide. Penguin Verlag, 2021.

Wagner, H.. Arzneidrogen und ihre Inhaltsstoffe WVG, Stuttgart 1999.

https://www.altmeyers.org/de/naturheilkunde/gerbstoffdrogen-23124


Gundermann

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Gundermann

Das unerwartete Würzkraut

Gundermann gehört zu den 10 „Standard-Kräutern der modernen Wildkräuterküche“, obwohl Einsteiger ihn im nichtblühenden Zustand regelmäßig mit anderen Arten verwechseln. In diesem Artprofil stellen wir diesen früher als magisch geltenden, herb-aromatischen Lippenblütler vor. Wir berichten wie er früher als Hexendetektor gedient hat, warum Nichtpferde ihn unbedingt mal in Form von schokolierten Dessertplättchen probierten sollten und was die Ameisen so toll an ihm finden.

Kapitel 1: Merkmale

Die blau bis violett gefärbten Röhrenblüten des Gundermanns haben bei genauem Hinsehen eine interessante, weißliche Zeichnung auf der „Unterlippe“.  Zu mehreren stehen sie ganz brav in einer Reihe an den Blattachseln, also an den Stellen, denen die Laubblätter am Stängel entspringen. Der Stängel ist vierkantig (quadratisch im Querschnitt) und kommt in zwei Ausprägungen daher. Zum einen gibt es die Blütentragenden Stängel, die mehr oder weniger aufrecht in der Landschaft herumstehen. Daneben gibt es aber noch kurz über der verlaufende Stängel, sogenannte Ausläufer. Diese „kriechen“ über den Boden, bilden zwischen durch hier und da mal Wurzeln und weitere, vertikale, blütentragende Stängel. Dadurch entsteht ein zum Teil meterlanger Megagundermann, der mehrere „Finger“ in die Höhe streckt, welche wir auf den ersten Blick als Einzelpflanzen wahrnehmen.

Die immer paarig gegenüberstehenden Laubblätter des Gundermanns stehen von oben betrachtet mit dem darunterliegenden Blattpaar im Kreuz („kreuzgegenständig“), die Paare sind also immer um 90° versetzt. Die Blätter haben eine rundliche bis herzförmige Form und sind am Rand gekerbt, bilden also viele kleine „Bubbel“.  Gundermann kann zwar mithilfe der erwähnten Ausläufer recht lang werden, wird aber nicht besonders hoch: selten höher als 20cm.

Kapitel 2: Botanisches

Wer sich die eigentümlichen, bunten Blüten anschaut, kommt schnell auf die Idee, dass eine gewisse Verwandtschaft zu mediterranen Kräutern wie Minze, Basilikum, Thymian oder Rosmarin bestehen könnte. Und tatsächlich: dies sind alles Mitglieder der großen Familie der sogenannten Lippenblütler, ebenso wie der Gundermann.

Gundermann ist „ausdauernd“, die oberhalb der Erde liegenden Pflanzenteile sterben also nicht ab. Ganz im Gegenteil, als „wintergrüner“ behält er sogar sein Blattgrün bei. Das jedoch nicht in voller Pracht, vielmehr sterben alle Teile, bis auf eine dicht gedrängte Blattrosette oder ein einzelnes Blattpärchen ab.

Gundermann wird oft von Wildbienen wie Hummeln und Pelzbienen besucht und geschätzt. Für diese stellt er eine sehr wichtige Nahrungsquelle dar, hat also beachtlichen ökologischen Wert. Die Samen wiederum  sind für Ameisen besonders attraktiv, welche die Samen gerne mit sich herumschleppen und zur Ausbreitung beitragen.

Kapitel 3: Inhaltsstoffe & Verwendbarkeit

Gundermann enthält unter anderem Gerbstoffe, Bitterstoffe und ätherische Öle, welche ihm ein recht eigensinniges Aroma verleihen. Nicht jedem gefällt der aromatisch-herbe Geschmack, andere wiederum sehen in ihm eine kulinarische Neuentdeckung. Des weiteren enthält Gundermann im Blattgrün erwähnenswerte Mengen an Protein, Mangan, Zink und Vitamin C. Pferde vertragen den Gundermann übrigens aufgrund des Stoffes Glechomin überhaupt nicht, was bereits zu Todesfällen geführt hat, obwohl die Pferde es in der Regel unterlassen, ihn zu fressen.

Gundermann in der Küche

Schokolierte Gundermannblätter gehören fast schon zum „Klassiker“ der modernen Wildkräuterküche und das nicht ganz zu unrecht. Sie schmecken meist selbst denjenigen, die dem puren Gundermanngeschmack vorher nicht sehr angetan waren. Aufgrund der ätherischen Öle sollten keine Unmengen (wie etwa kiloweise im Smoothie) davon verzehrt werden. In Maßen jedoch, kann der Gundermann die Küche ganz schön bereichern, sowohl bei Herzhaften, als auch bei süßen Gerichten. Die leicht bitter-herbe Note, gepaart mit dem Hauch von Minze ist ein ungewohntes Geschmackserlebnis, dem man zumindest eine Chance geben sollte.

Folgende Rezepte mit Gunsermann können wir euch sehr ans Herz legen:

Heilwirkung von Gundermann

Vielen Wildkräutern werden diverse Heilwirkungen nachgesagt. Uns ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich dabei um Erfahrungswerte handelt (Volksmedizin, Teile der Naturheilkunde etc.) oder ob es dazu Studien nach anerkannten wissenschaftlichen Standards gibt. Hier sind unsere Rechercheergebnisse:

Heilwirkung von Gundermann aus Sicht der Rationalen Phytotherapie (durch Studien belegt)

Es fehlen derzeit Studien zur Wirksamkeit von Gundermann bei Krankheiten. Es wird Zeit!

Heilwirkung von Gundermann aus Sicht der Volks- / Naturheilkunde (nicht durch Studien belegt)

Gesicherte Belege für eine Verwendung des Gundermanns in der Antike gibt es keine, wohl jedoch für das Mittelalter. Hier wurde Sie als Wundkraut im Krieg und bei Verletzungen verwendet, wobei es zu abenteuerlichsten Verwendungsformen kam, die den verletzten Personen nicht immer zuträglich waren. Gerade die Verwendung des frischen Krauts in offenen Wunden führen sehr wahrscheinlich zu schweren Blutvergiftungen, da Pflanzen in der Regel mit Bakterienarten versehen sind, die man wirklich nicht in der Wunde haben möchte. Das wog auch ein gewisser Anteil an leicht antibiotischen Stoffen wie Gerbstoffe und ätherische Öle nicht auf. Auch von der Verwendung von abgekochten Pflanzenteilen in offenen Wunden ist abzuraten.

Kapitel 4: Verwechslung & Gefahren

Gundermann wird während der Blüte nicht selten mit anderen, ebenfalls blau oder violett blühenden Lippenblütlern verwechselt. Auch wenn die oberste Regel „niemals Pflanzen essen, von denen man nicht hundertprozentig sicher ist, um welche es sich handelt“ quasi in den Hinterkopf gemeißelt werden muss, kann man bei dieser Familie schon etwas entwarnen: es gibt nur eine Handvoll Lippenblütler, die giftig sind, die allerallermeisten Arten sind ungiftig. Diese sehen, vor allem was die Laubblätter angeht, dem Gundermann nicht sehr ähnlich. Vor oder nach der Blüte wird der Gundermann regelmäßig mit anderen Arten aus verschiedenen Familien verwechselt, unter anderem mit dem mit Vorsicht zu genießenden Scharbockskraut. Absolute Einsteiger sollten den Gundermann deshalb nur während der Blüte verwenden, um ihn einwandfrei bestimmen zu können. Fortgeschrittene erkennen ihn an der eigensinnigen Blattform und dem typischen Blattrand, sowie an den Ausläufern.

Kriechender Günsel (Ajuga reptans)

Zu beginn kann man die Günsel Artenn vorallem aufgrund der ähnlichen Blütenfarbe und Erscheinung mit dem Gundermann verwechseln. Doch keine Angst, so wie die meisten Lippenblütler ist auch der Günsel ungiftig. Der Günsel ist viel stärker behaart und die oberen Blüten sitzen viel enger und stockwerkartig übereinander, beim Gundermann liegen sie weiter auseinander. Zudem ist der Blattrand beim Günsel nicht oder kaum gekerbt.

Andere blaue Lippenblütler

Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Lippenblütler mit blauen Blüten. Bis auf die unten aufgeführte Poleiminze gibt es so gut wie keine giftigen heimischen Arten. Aber Achtung! In Gärten kann es durchaus giftige, nichtheimische Lippenblütler wie Aztekensalbei etc. geben. Daher nur bekannte Arten verwenden.

Polei – Minze (Mentha pulegium)

Die Poleiminze ist einer der wenigen Lippenblütler in Mitteleuropa, der giftig ist. Sie wird als wenig giftig bis giftig eingestuft.

Sie kann man aufgrund der runden, ungekerbte Blätter und den dichtgedrängten Blüten nicht mit dem Gundermann verwechseln. Mit anderen Minze – Arten hingegen schon.

Kurzcheck "die Richtige"

Alle wichtigen Erkennungsmerkmale des Gundermanns zusammengefasst

Kapitel 5: Sammelorte & Sammelzeiträume

In diesem Kapitel wollen wir uns mit der Sammelpraxis beschäftigen. Wo finde ich Gundermann , wo kann ich ihn am besten Sammeln? Und welche Jahreszeit ist die beste, um Gundermann zu Sammeln?

Gundermann kommt meist im Halbschatten vor und bevorzugt feuchte Böden, weshalb man ihn häufig an Waldrändern, in Auwäldern, an Wegrändern nicht zu trockener Mischwälder und in Gebüschen findet. Er blüht vergleichsweise früh, und zwar ab März und ist was die Blütezeit angeht nicht sehr ausdauernd – selten findet man ihn im Juli blühend.

Kapitel 6: Mythologisches & Historisches

Woher kommt der Name Gundermann? Was haben unsere Vorfahren mit dem Gundermann verbunden, welche Mythen ranken sich um ihn? Was gibt es sonst noch interessantes über den Gundermann zu berichten?

Wo kommt der Name Gundermann her? Dazu gibt es mehrere Theorien, wobei wir euch hier derer zwei vorstellen möchten. Die auch Gundelrebe oder Erdefeu (Bereits der zweite Namensteil, das  Artepiton „hederacea“ deutet auch hedera=Efeu hin) genannte kriechende Pflanze wurde im 9. Jahrhundert „grunderéba“ genannt, also eine Rebe, die am Grunde kriecht. Daraus wurde im 12. Jahrhundert gunderam, bis sie im 17. Jahrhundert schriftliche das erste mal den Namen „Gundermann“ erhielt. Theorie Nummer zwei stützt sich auf die vermutliche Anwendung als Wundkraut und geht daher davon aus, dass das althochdeutsche Wort „Gund“ (= Eiter) dabei mit im Spiel war.

Wie dem auch sei, bekannt war der Name vor allem in der DDR der 80er Jahre.  Ob die Vorfahren des bekanntesten Liedermachers der DDR mit diesem Lippenblütler etwas am Hut hatten, ist fraglich. tausend Jahre zuvor, Im Mittelalter, galt der Gundermann als magische Pflanze. So wurde er beim Milchzauber eingesetzt – richtig angewandt, konnte man mit dessen Hilfe widerspenstige Kühe zum Milchgeben animieren.

Interessanterweise hielten sich derartige (Aber)Glauben bis tief in die Neuzeit, so gibt es einen Bericht, der eine Verwendung dieses Milchzaubers noch Anfang des 20. Jahrhunderts belegt. Doch nicht nur gegen verhexte Milch sollte der Gundermann helfen, auch konnte man diese selbst mithilfe des Krautes erkennen. Johannes Praetorius gab in einem seiner Werke eine genaue Anleitung, wie man mithilfe eines geflochtenen Gundermannkranzes Hexen von Nichthexen unterscheiden konnte, ein vollumfänglicher Hexendetektor.

Des Weiteren war die Pflanze nicht nur Teil von Ritualen, auch war sie Teil der Gründonnerstagssuppe, auch fanden wir ein uraltes Rezept aus Pommern, bei dem Gundermann Rührei veredelt haben soll.

Quellen:

Larbig, Manuel , Mein Wildkräuterguide. Penguin Verlag, 2021.

Aufseß, Freiherr v., Anzeiger für Kunde des deutschen Mittelalters, 1832.

Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 1967.

Marzell, Unsere Heilpflanzen, ihre Geschichte und ihre Stellung in der Volkskunde, 1938.

Zetlingensis, Praetorius, Satyrus etymologicus, 1672.


Spitzwegerich

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Spitzwegerich

Trittstark, aber sanft

Viele kennen ihn – wohin wir auch gehen, der Spitzwegerich begegnet uns buchstäblich auf all unseren Wegen. Wir Spaziergänger dienen dem Kraut dabei unwissentlich als Taxi und auch darüber hinaus nutzt es so manchen raffinierten Trick. In folgendem Artportrait erfährst du mehr über die spannende Bestäubungsökologie und warum der Spitzwegerich so unscheinbare Blüten besitzt.

Die Blütenstände der Pflanze überraschen und bieten ein Geschmackserlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Als Heilpflanze blickt der Spitzwegerich auf eine Jahrtausend alte Geschichte zurück. Erfahre, was die Schleimstoffe des Wildkrauts zu bieten haben und warum ein Tee hier ausnahmsweise nicht das Mittel der Wahl ist.

Kapitel 1: Merkmale

Die Trivialnamen der drei Wegerich-Arten beziehen sich auf ihre jeweilige Blattform. Die schmalen Blätter des Spitzwegerichs sind lanzettlich und verlaufen nach oben hin spitz zu. Sie stehen in einer kreisförmigen Anordnung (Rosette). Besonders markant sind die drei bis sieben Parallelnerven, welche längs die Blattspreite mustern und auf der Blattunterseite deutlich hervorstehen. Aus der Blattrosette entspringen mehrere aufrechte Stängel, an deren Ende je ein ährenförmiger Blütenstand sitzt. Aus den Einzelblüten der unscheinbaren, bräunlichen Ähre ragen zur Blütezeit Staubblätter mit weißen Staubbeuteln hervor. Das Ganze erinnert an einen plüschigen Bommel. Nach dem Abblühen entwickeln sich bräunliche bis rote Kapselfrüchte mit klebrigen Samen. Im Unterschied zum Breitwegerich sind die Blütenstände kürzer, häufig fast kugelförmig. Die Pflanze erreicht eine Höhe von bis zu 30 cm.

Kapitel 2: Botanisches

Der Spitzwegerich ist mehrjährig und verbringt den Winter hauptsächlich als Wurzel. Lediglich einige Überdauerungsknospen schlummern kurz oberhalb der Erdoberfläche, um im nächsten Frühjahr wieder auszutreiben und so die oberirdischen Pflanzenorgane zu regenerieren. Die abgestorbenen Blätter aus der vorangegangenen Vegetationsperiode, schützen die Knospen im Winter vor Schnee und kaltem Wind. Eine Pflanze mit dieser Form der Überdauerung bezeichnet man in der Botanik als Hemikryptophyt.

Als Bestäuber setzt der Spitzwegerich hauptsächlich auf den Wind. Zu diesem Zweck muss die Pflanze zwar größere Mengen an Pollen produzieren, spart dafür allerdings an kostspieligen Anpassungen an die bestäubenden Insekten. Die Blüten dürfen klein und engstehend sein, kommen ohne prachtvolle Kronblätter oder Nektar aus. Diese Form der Bestäubung ist unter Nadelbäumen oder Gräsern stark verbreitet, bei höheren Blütenpflanzen jedoch eher die Ausnahme. Tatsächlich hat sich hier die Windbestäubung in der Evolution mehrmals in verschiedenen Pflanzengruppen unabhängig voneinander entwickelt.

Der Spitzwegerich ist außerdem vorweiblich. Das „ladies first“ im Pflanzenreich dient dazu, die Selbstbestäubung zu verhindern. Bezogen auf ein Individuum kommen dabei die weiblichen Blütenorgane kurz vor den männlichen zur Reife, wodurch diese von den Pollen umstehender Pflanzen bestäubt werden, statt von den eigenen, genetisch identischen Staubblättern. Bei einer Selbstbefruchtung wäre die genetische Vielfalt und damit auch die Anpassungsfähigkeit von Pflanzen deutlich herabgesetzt, weshalb es verschiedene Mechanismen gibt, um dies zu verhindern.

Plantago lanceolata ist mit seiner zähen Blattrosette ein wahrer Überlebenskünstler der Wege und Pfade. Auf ihm wird herumgetrampelt und gefahren, aber der Wegerich macht das Beste aus seiner misslichen Lage. Durch Haftung an Pfoten, Schuhsohlen oder Rädern erfahren die klebrigen Samen eine effiziente Verbreitung über weite Strecken. Dieser Umstand trägt weiter zu einer Ansiedlung auf Wegen und Trampelpfaden bei.

Kapitel 3: Inhaltsstoffe & Verwendbarkeit

Der wohl wichtigste Inhaltsstoff des Spitzwegerichs sind seine Schleimstoffe. Sie sorgen für die Klebrigkeit der Früchte, sind aber auch in den Blättern enthalten. Schleimstoffe wirken in der richtigen Dosierung förderlich auf diverse Schleimhäute im Körper. Sie unterstützen die Magenschleimhaut bei Verdauungsproblemen oder verbessern den Abtransport von Erkältungsschleim. Das zusätzlich enthaltene Aucubin verleiht dem Spitzwegerich zudem eine antibiotische Wirkung, auch adstringierende Gerbstoffe sind enthalten. Zusammen stellen die Wirkstoffe eine optimale Kombination zur Behandlung von Entzündungen im Mund-Rachen-Raum und Erkältungserkrankungen dar. Da es sich bei Aucubin um ein instabiles Molekül handelt, lässt sich dessen antibakterielle Wirkung nur im frischen Saft des Krauts, nicht aber im Tee oder in gekochten Auszügen feststellen. Die häufige Verwendung von Spitzwegerich in Hustensäften ist aber auf Grund der Vitamine, Schleim- und Gerbstoffe trotz des Aucubin-Verlustes berechtigt.

Spitzwegerich in der Küche

Auch in der Küche ist der Spitzwegerich eine gesunde Ergänzung und überzeugt durch seine zahlreichen Nährstoffe, darunter Zink, Kalium und die Vitamine A, B und C. Die jungen Blätter können von April bis Juni als aromatischer Zusatz im Gemüse oder Kräuterquark genutzt werden. Geschmacklich sind die Blätter aromatisch-bitter, in größeren Mengen hingegen können die starken Längsfasern beim Kauen als unangenehm empfunden werden. Die Blütenstände des Spitzwegerichs hingegen halten eine besondere kulinarische Überraschung bereit. Beim Probieren entfaltet sich allen Erwartungen zum Trotz der unverkennbare Geschmack von Champignons auf der Zunge. Die Ähren lassen sich daher perfekt als Pilzersatz in diversen Gerichten (z.B. Risotto oder Pilzpfanne) verwenden. Dabei sollten besser nur die jungen Blütenstände verwendet werden, da mit Eintritt der Blütenreife der Geschmack und die knackige Konsistenz nachlassen.

Folgende Rezepte mit Spitzwegerich können wir dir ans Herz legen:

Heilwirkung von Spitzwegerich

Vielen Wildkräutern werden diverse Heilwirkungen nachgesagt. Uns ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich dabei um Erfahrungswerte handelt (Volksmedizin, Teile der Naturheilkunde etc.) oder ob es dazu Studien nach anerkannten wissenschaftlichen Standards gibt. Hier sind unsere Rechercheergebnisse:

Heilwirkung von Spitzwegerich aus Sicht der Rationalen Phytotherapie (durch Studien belegt)

Durch die ESCOP anerkannt sind zwei verschiedene Anwendungsgebiete des Spitzwegerichs:

  1. Zur innerlichen Anwendung bei Katarrhen der Luftwege, hierzu zählen also auch klassische Erkältungssymptome wie Husten
  2. Äußerlich bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut

Die Kommission E nennt zudem eine äußerliche Anwendung bei Entzündungen der Haut.

Diese Betrachtungen basieren auf Erkenntnissen einer langjährigen Anwendung an Menschen und werden durch pharmakologische Laboruntersuchungen gestützt.

Heilwirkung von Spitzwegerich aus Sicht der Volks- / Naturheilkunde (nicht durch Studien belegt)

In der Naturheilkunde kommt der Spitzwegerich auch zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der Harnwege, der Magenschleimhaut oder bei Reizdarm-Beschwerden zum Einsatz.

Außerdem werden die Blätter in verschiedenen Regionen der Welt traditionell zur Behandlung etwaiger Hautprobleme wie Verbrennungen, Insektenstiche, Schwellungen oder offenen Wunden verwendet (hierzu siehe FAQ). Die indigenen Völker Nordamerikas schätzten die Blätter der Wegerich-Arten als Kompresse bei Bienenstichen und fragwürdiger Weise sogar bei Schlangenbissen. In Brasilien wurden sie zur Behandlung von Augenentzündungen eingesetzt.

Kapitel 4: Verwechslung & Gefahren

Eine Verwechslung mit giftigen Pflanzen ist beim Spitzwegerich quasi ausgeschlossen. Allein die rippenartigen Parallelnerven auf der Blattunterseite in Verbindung mit den einzigartigen Blütenständen, genügt als sicheres Indiz. Es ist höchstens möglich die Wegerich-Arten untereinander zu vertauschen, was aber auf Grund der ähnlichen Inhaltsstoffe unproblematisch ist. Im Gegensatz zum Spitzwegerich, verfügt der Breitwegerich über rundliche Blätter, die flach am Boden anliegen und nicht in die Höhe gestreckt sind. Sein Blütenstand ist deutlich länger und verzichtet auf herausragende Staubfäden. Der Mittlere Wegerich stellt optisch eine Mischung aus den beiden anderen Wegerich-Arten dar. Seine Blätter ähneln dem des Breitwegerichs, während die Blütenstände zwar etwas länger als beim Spitzwegerich sind, aber ebenfalls über die charakteristischen Staubfäden verfügen. Diese sind hier sogar stärker ausgeprägt und verfügen meist über rosafarbene Staubbeutel.

Andere Wegerich-Arten

Eine Verwechslung mit anderen Wegerich – Arten, wie dem mittleren (Plantago media) oder dem Breitwegerich (Plantago major) ist kein Problem, da man diese ebenfalls verwenden kann. Sie sind in ihrer Wirksamkeit lediglich etwas schwächer und schmecken nicht nach Champignon.

FAQ : Was steckt hinter der Verwendung von Spitzwegerich als „Naturpflaster“?

Die Verwendung der Wegerichblätter als Auflage bei Wunden, Geschwüren, Ausschlägen und anderen Hautirritationen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Vermutlich wurden die Vorzüge dieser Pflanze bereits in der Steinzeit durch Probieren verschiedener Blätter erkannt. Diverse Kulturen machten sich später ihre antibakterielle Wirkung zunutze. Auch heute noch wird es Kindern beigebracht kleine Verletzungen beim Spielen in der Natur mit zerkauten Wegerichblätter als heilendes Pflaster zu versehen. Zwar lässt sich die antibiotische Wirkung des Aucubins nicht abstreiten, doch sind die frischen Blätter und insbesondere der Speichel keineswegs keimfrei und daher nicht ohne weiteres für offene Wunden zu gebrauchen. Bei Mückenstichen hingegen sind zerriebene Wegerichblätter eine einwandfreie Akuthilfe gegen das Jucken.

Kurzcheck "die Richtige"

Alle wichtigen Erkennungsmerkmale des Spitzwegerichs zusammengefasst.

Kapitel 5: Sammelorte & Sammelzeiträume

In diesem Kapitel wollen wir uns mit der Sammelpraxis beschäftigen. Wo finde ich Spitzwegerich , wo kann ich ihn am besten Sammeln? Und welche Jahreszeit ist die beste, um Spitzwegerich zu Sammeln?

wildkräuter am straßenrand

Der Spitzwegerich ist relativ anspruchslos. Sein Vorkommen erstreckt sich von Waldwegen, über Wiesengesellschaften bis hin zu Ruderalstandorten. Besonders häufig ist das robuste Kraut auf Trampelpfaden auf Wiesen anzutreffen. Durch seine tiefen Wurzeln gelingt es ihm auch auf kargem Boden genügend Nährstoffe zu erreichen. Die Pflanze blüht zwischen Mai und September. Die Blätter kann man von April bis in den November hinein sammeln.

Kapitel 6: Mythologisches & Historisches

Woher kommt der Name Spitzwegerich? Was haben unsere Vorfahren mit Spitzwegerich verbunden, welche Mythen ranken sich um sie? Was gibt es sonst noch interessantes über Spitzwegerich zu berichten?

Der lateinische Gattungsname Plantago deutet ebenfalls auf diese Art der Verbreitung hin und bedeutet übersetzt so viel wie „Fußsohle“. Unter den Ureinwohnern Nordamerikas waren die Pflanzen als „Fußstapfen des weißen Mannes“ bekannt. Die europäischen Siedler verhalfen dem Spitzwegerich zur explosionsartigen Ausbreitung jenseits des Atlantiks. Sie verschleppten die Samen in ihren Schuhen, wodurch ihnen das Kraut auf Schritt und Tritt zu folgen schien.

Erste Überlieferungen über die Verwendung von Spitzwegerich zu medizinischen Zwecken stammt aus assyrischen Schriften. Hier dienten die Blätter zur Auflage auf Schwellungen. Auch die antiken Griechen kannten die äußerliche Anwendung bei Verletzungen, wie die Erwähnung bei Dioskurides zeigt: „Die Blätter haben austrocknende und zusammenziehende Kraft, deshalb eignen sie sich zum Umschlag bei allen Bösen Zufällen“. Die Römer und Germanen nutzten Wegerich zu ähnlichen Zwecken. In der Volksheilkunde sprach man der Pflanze im Laufe der Zeit zudem ein absurdes Maß an anderen Wirkungen zu. Man glaubte mit dem Kraut zum Beispiel Krebs und Schwachsinn heilen zu können oder empfahl es als angemessene Behandlung von Schlangenbissen.

Heute ist klar: Der Spitzwegerich steckt voller wertvoller Inhaltsstoffe und schafft insbesondere bei entzündlichen Reizungen der Schleimhäute Abhilfe. Aus diesem Grund wurde das Wildkraut 2014 als Arzneipflanze des Jahres gekürt.

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Quellen:

Jäger, Eckehart J.. Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. Deutschland, Springer Berlin Heidelberg, 2016.

Bochsch, Manfred. Das praktische Buch der Heilpflanzen. BLV Buchverlag GmbH & Co.KG, 2016.

Larbig, Manuel. Mein Wildkräuterguide. Penguin Verlag, 2021.

https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/hemikryptophyten/31269 (Zuletzt aufgerufen am 5. Oktober 21:51)

https://www.infoflora.ch/de/flora/plantago-lanceolata.html

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-402013/arzneipflanze-des-jahres-2014/


Echte Nelkenwurz

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Echte Nelkenwurz

Die heimische Waffe gegen Halsschmerzen

Die echte Nelkenwurz gehört aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe, sowie des antiseptisch wirkenden Eugenols zu den hervorragendsten heimischen Wildpflanzen im Kampf gegen Halsschmerzen. Wie man mit ihr zudem Weihnachtsgebäck verfeinern kann und man sie von den giftigen Doppelgängerinnen unterscheiden kann, sollt ihr in diesem Artportrait erfahren. Außerdem erzählen wir euch, was sich Hildegard von Bingen nicht ganz so keusches mit ihrer Hilfe versprach und wie man damit Dämonen vertrieben hat.

Kapitel 1: Merkmale

Die 5 gelben Blütenblätter (Kronblätter) stehen sternförmig, wobei immer ein grünes Kelchblatt zwischen zwei Kronblätter steht. Es entsteht quasi ein „Doppelstern“.  Der Stängel ist im oberen Bereich mehrfach verzweigt, wobei Am Ende jedes Blütenstandsstängels eine gestielte Blüte sitzt. Dieser Blütenstandstyp wird „Zyme“ genannt.

Die echte Nelkenwurz wird bis zu 1,30m hoch, wobei die meisten Exemplare deutlich kleiner sind. Der Stängel, wie auch der Rest der Pflanze, sind behaart.

Die Laubblätter der echten Nelkenwurz können ziemlich unterschiedlich aussehen, auch wenn der gefiederte Aufbau (also in mehrere Teilblättchen unterteilt) und der gekerbte bis gesägte Blattrand allen gemein ist. Junge, grundständige Laubblätter stehen dich am Boden in einer Rosette und die (Teil)Blätter wirken abgerundet, während die oberen Laubblätter ziemlich spitz daherkommen. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die kleinen „Nebenblätter“, welche zwischen den größeren Teilblättern stehen.

Die nach der Blüte gebildeten Nüsschen stehen alle dicht gedrängt und bilden eine Kugel, die auf den ersten Blick an eine Klette erinnert. Tatsächlich bleiben diese auch gerne an Fell und Kleidung hängen, im Gegensatz zur echten Klette zerfällt der Fruchtstand beim zerreiben in seine Einzelteile.

Kapitel 2: Botanisches

Bei uns kommen vier Nelkenwurz-Arten vor, von denen die echte Nelkenwurz (Geum urbanum) die häufigste ist, gefolgt von der Bach-Nelkenwurz (Geum rivale) . Die Gattung Nelkenwurz gehört zur großen Familie der Rosengewächse (Rosaceae) , hat also eigentlich gar nichts mit der Familie der Nelkengewächse am Hut. Die echte Nelkenwurz enthält Eugenol, welches auch im Gewürznelkenöl enthalten ist, deshalb riecht vor allem die Wurzel nach Nelken, was zur Namensgebung beigetragen hat.

Nelkenwurz ist ausdauernd, das bedeutet, dass sie mehrmals in seinem Leben blühen und Früchte bilden kann. Als Hemikryptophyt sterben für uns sichtbare Teile wie der Stängel Ende des Jahres ab, nur Pflanzenteile unter und dicht über der Erde überleben den Winter und können im Frühling neu austreiben. Hierbei helfen die ausgeprägten Rhizome (unterirdische, waagerecht verlaufende „Stängel“) und die dicht am Boden anliegende Blattrosette beim Überwintern.  Die Blüten der echten Nelkenwurz sind nicht für alle Insekten interessant und werden v.a. von Fliegen, Schwebfliegen und Käfern besucht. Falls es nicht zu einer Fremdbestäubung kommt, zuckt sie mit den (Blatt-)Achseln und bestäubt sich ganz einfach selbst.

Kapitel 3: Inhaltsstoffe & Verwendbarkeit

Die echte Nelkenwurz ist ein wertvolles Wildkraut mit heilfördernder Wirkung und ist unser Geheimtipp gegen Halsschmerzen. Verwendet wird vor allem die nach Nelke duftende Wurzel. Das tolle ist, dass sie besonders häufig vorkommt und man sie sogar im Winter sammeln kann. Sie wurde früher als Nelkenersatz verwendet (nur die Oberschicht konnte sich das teure Importgut Nelkengewürz leisten) und ist gerade heute, in Zeiten zunehmender Schwierigkeiten in Verbindung mit der Globalisierung, eine supergute regionale Alternative.

Die enthaltenen Gerbstoffe haben  einen stark adstringierenden (zusammenziehenden), sowie möglicherweise entzündungswidrigen Effekt, Eugenol könnte die Wirkung der Gerbstoffe durch seine antiseptischen Eigenschaften verstärken. Zudem besitzt es eine leicht schmerzunempfindlich machende Wirkung. Wir haben sehr gute Erfahrung mit einer Gurgellösung aus der Wurzel der echten Nelkenwurz bei der Bekämpfung von Halsschmerzen gemacht. Wichtig ist, den Sud nicht zu trinken, sondern damit lediglich zu Gurgeln, die enthaltenen Stoffe können Magen und Darm reizen.

Nelkenwurz in der Küche

Wie bereits erwähnt, wurde die echte Nelkenwurz früher bei uns als Nelkenersatz in Gebäck, Brot und auch zur Haltbarmachung von Bier eingesetzt. Hier findest du Rezepte mit echter Nelkenwurz:

Heilwirkung von Echter Nelkenwurz

Vielen Wildkräutern werden diverse Heilwirkungen nachgesagt. Uns ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich dabei um Erfahrungswerte handelt (Volksmedizin, Teile der Naturheilkunde etc.) oder ob es dazu Studien nach anerkannten wissenschaftlichen Standards gibt. Hier sind unsere Rechercheergebnisse:

Heilwirkung von Echter Nelkenwurz aus Sicht der Rationalen Phytotherapie (durch Studien belegt)

Leider wurde die echte Nelkenwurz noch nicht von der Kommission E , der HMPC oder der ESCOP bewertet. Es wird Zeit!

Heilwirkung von Echter Nelkenwurz aus Sicht der Volks- / Naturheilkunde (nicht durch Studien belegt)

In der Volksmedizin wurde und wird sie bei Durchfallerkrankungen, Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit verwendet. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich, als Gurgellösung bei Halsschmerzen bei Frostbeulen und als Sitzbad bei Hämorrhoiden. Auch bei Hautkrankheiten in Form von Waschungen und Umschlägen wird echte Nelkenwurz traditionell angewendet. Die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungsgebieten ist nicht belegt.

Kapitel 4: Verwechslung & Gefahren

Die echte Nelkenwurz kann man als Einsteiger mit zwei giftigen Artengruppen verwechseln, weshalb man bei der Bestimmung Vorsicht walten lassen sollte. Wer die Merkmale jedoch einmal gesehen hat, wird keine Probleme mehr haben, sie sicher zu erkennen.

Hahnenfußgewächse

„Butterblumen“ wie die giftigen Hahnenfußgewächse in manchen Regionen genannt werden, haben zumeist 5 gelbe Kronblätter und zum Teil gefiederte Laubblätter – also genau wie die echte Nelkenwurz. Wer jedoch genau hinschaut, erkennt die Unterschiede schnell:

Die echte Nelkenwurz hat Nebenblätter (siehe Merkmale, weiter oben), die Hahnenfüße nicht. Auch bei den Blüten gibt es unterschiede: die nicht glänzenden Kronblätter der Nelkenwurz wechseln sich mit den spitzen, grünen Kelchblättern ab (wobei diese mit der Zeit auch nach unten gerichtet oder abgefallen sein können), die zumeist buttrig-glänzenden Kronblätter der Hahnenfüße haben , wenn überhaupt, rundlichere Kelchblätter .  Die „Klettenähnlichen“ Fruchtstände der Nelkenwurz sind ein  eindeutiges Merkmal. Auch was den Standort angeht, wird man sich eher selten vergreifen, die echte Nelkenwurz steht oft am Wegesrand in Laub und Mischwäldern, die meisten Hahnenfüße eher auf Wiesen , Weiden und an Gewässern.

Schöllkraut

Schöllkraut ist leicht giftig, hat ebenfalls gelbe Blüten und auf den ersten Blick ähnliche Laubblätter. Im Gegensatz zur echten Nelkenwurz hat das Schöllkraut jedoch nur 4 Kronblätter und bildet später längliche, krallenähnliche Schoten. Die Laubblätter des Schöllkrauts sind am Rande viel rundlicher gelappt und insgesamt hellgrüner und Nebenblattlos. Außerdem hat es einen sehr auffälligen, orange-gelben Milchsaft, was der Nelkenwurz völlig fehlt.

Kurzcheck "die Richtige"

Alle wichtigen Erkennungsmerkmale der Echten Nelkenwurz zusammengefasst.

Kapitel 5: Sammelorte & Sammelzeiträume

In diesem Kapitel wollen wir uns mit der Sammelpraxis beschäftigen. Wo finde ich Echte Nelkenwurz , wo kann ich ihn am besten Sammeln? Und welche Jahreszeit ist die beste, um Echte Nelkenwurz zu Sammeln?

Die Wurzel der echten Nelkenwurz kann das ganze Jahr über gesammelt werden. Finden kann man sie häufig  im halbschatten, an Wegrändern in Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern, auf Wiesen und Brachflächen.

Echte Nelkenwurz blüht von Mai bis in den Oktober hinein. Nelkenwurz lässt sich das ganze Jahr über Sammeln, zum Teil sogar unter der Schneedecke. Da der Boden jedoch teilweise gefroren ist, ist es ratsam, in der frostfreien Zeit zu sammeln und sich bei Bedarf im Herbst einen Vorrat anzulegen.

Kapitel 6: Mythologisches & Historisches

Woher kommt der Name Echte Nelkenwurz? Was haben unsere Vorfahren mit der Echten Nelkenwurz verbunden, welche Mythen ranken sich um ihn? Was gibt es sonst noch interessantes über die Echte Nelkenwurz zu berichten?

Die echte Nelkenwurz wurde im Mittelalter als Heilpflanze sehr geschätzt, Hildegard von Bingen pries sie sogar als „Mannsstärkend“, galt also als aphrodisierend. Auch wenn sie des weiteren gegen Blasenschwäche und Schlaganfällen gewirkt haben soll, wurde sie (wie die meisten stark duftenden oder angeblich aphrodisierenden Pflanzen) mit dem Teufel in Verbindung gebracht und dämonisiert. Als Magiepflanze wurde sie mit anderen Kräutern zu Malefizpuler („=Frevel“, das Gegenteil von Benefiz) vermahlen und bei der Hexen- und Dämonenabwehr verwendet. Sie wurde von den Benediktinern dem Bier und Wein zugesetzt, was mit einer möglichen antibiotischen Wirkung zusammenhängen könnte. Daher auch der Name „Benediktinerkraut“.

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Quellen:

Larbig, Manuel , Mein Wildkräuterguide. Penguin Verlag, 2021.

Boksch, Manfred, Das praktische Buch der Heilpflanzen, 2011.

Schönfelder, Das neue Handbuch der Heilpflanzen, undatiert.


Löwenzahn

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Löwenzahn

Bitter macht lustig

Löwenzahn ist eine häufig vorkommende Wildpflanze und gehört zu den „Standard“ – Küchenwildkräutern. Geschmacklich und Anwendungsbezogen ist Löwenzahn aufgrund seiner Bitterstoffe sehr interessant, zudem ist er sehr häufig zu finden und ist für Einsteiger sehr leicht zu identifizieren.

In diesem Artikel erfährst du, warum Löwenzahn nicht gleich Löwenzahn ist, warum Löwenzahn auf Insekten pfeift, was er so im Winter treibt, wie man ihn verwenden kann und welche Bestimmungsmerkmale wichtig sind, welche belegte und nicht belegte Heilwirkungen er hat und wo und wann man ihn sammeln kann. Außerdem erzählen wir euch, warum man vor dem Schlafen gehen keine Löwenzahnsmoothie trinken sollte und was magische Unken mit ihr zu tun haben.

Kapitel 1: Merkmale

Dadurch, dass wir uns in diesem Artprofil nicht nur eine einzelne Art anschauen, sondern eine ganze Gruppe, ist es auch gar nicht so einfach, Merkmale zu finden, die diese gesamte Gruppe von anderen, nah verwandten Arten deutlich abgrenzt. Das auffälligste Merkmal der Löwenzähne sind die im Frühsommer häufig zu sehenden, gelben Blütenstände. Diese stehen oft endständig und einzeln, jedes Individuum bildet dann nur einen glatten und hohlen, weißlichen Milchsaft führenden Stängel, an dessen Ende ein einziger Blütenstand sitzt. Es gibt auch Arten in dieser Gruppe, die sich verzweigen und mehrere Blütenstände bilden. Warum aber schreiben wir Blütenstand und nicht Blüte? Blütenstand wird das Ganze deshalb genannt, weil es beim näheren Hinsehen gar keine Einzelblüte ist. Vielmehr besteht sie aus ganz vielen, kleinen Einzelblüten (hier: Zungenblüten), die alle ganz dicht nebeneinandersitzen. Nach der Bestäubung entwickelt sich die Pflanze zur „Pusteblume“. Die Samen (hier: Achänen) hängen an einem Stiel, der wiederum an einem Haarkelch (Pappus) sitzt – das ganze Konstrukt wirkt wie ein Schirmchen, welches bis zu zehn Kilometer weit gleiten kann. Die charakteristischen Blätter mit dem mal mehr, mal weniger gezähnten Blattrand entspringen scheinbar alle einem Punkt aus dem Boden (Blattrosette) , der Stängel ist Laubblattlos.

Kapitel 2: Botanisches

Löwenzahn gehört wie die Sonnenblume, das Gänseblümchen oder die Kornblume zur Familie der Korbblütler (Asteraceaen). Zumeist werden hierzulande die Arten aus gleich zwei verschiedenen Gattungen (Leontodon und Taraxacum) als Löwenzahn bezeichnet. Den Löwenzahn gibt es übrigens gar nicht. Es gibt bei uns hunderte Arten und Unterarten des „Löwenzahns“, so richtig blickt da nur eine Hand voll Spezialisten und Vollfreaks durch. Um in den Genuss dieser Pflanzen zu kommen, müsst ihr euch nicht tagelang ans Mikroskop oder an den Gensequenzierer setzen, um die Art oder Unterart herauszufinden. Denn zum Glück sind alle heimischen, „löwenzahnähnlichen Arten“ verwendbar! Im Kapitel „Verwechslung & Gefahren“ lernst du eine zu vermeidende Artengruppe kennen, die dem Löwenzahn entfernt ähnlich sehen kann.

Gundermann ist „ausdauernd“, die oberhalb der Erde liegenden Pflanzenteile sterben also nicht ab. Ganz im Gegenteil, als „wintergrüner“ behält er sogar sein Blattgrün bei. Das jedoch nicht in voller Pracht, vielmehr sterben alle Teile, bis auf eine dicht gedrängte Blattrosette oder ein einzelnes Blattpärchen ab.

Als ausdauernde (perennierende) Pflanze lebt das Löwenzahnindividuum mehrere Jahre und blüht mehrfach im Laufe des Lebens. Und was macht der Löwenzahn im Winter? Sind Blüte und Stängel und auch ein Teil der bodennahen Blätter im Winter verschwunden, überdauert die Wurzel im Boden. Als Hemikryptophyt hat der Löwenzahn seine Erneuerungsknospen (die Knospen, aus denen im Frühling sich wieder neue Triebe entwickeln) knapp über dem Boden , oft durch die eigenen, abgestorbenen Blätter, durch anderes Laub oder sogar durch die Schneedecke vor dem Erfrieren geschützt.

So verlockend die Nektar- und Pollenreichen Blütenstände auf Insekten auch wirken: in unseren Breiten kämen die meisten Löwenzahnarten ohne sie aus. Hierzulande vermehren sie sich meist via Jungfernzeugung (Parthenogenese). Dabei kommt es nicht zu einem Genaustausch mit einem anderen Individuum, vielmehr klont sich die Pflanze einfach selbst.

Kapitel 3: Inhaltsstoffe & Verwendbarkeit

Geschmacklich sind vor allem die enthaltenen Bitterstoffe dominant. Diese können wir uns wiederum Zunutze machen, sie haben in Maßen positive Effekte auf unseren Körper und können einem Gericht das gewisse Etwas verleihen. Schaut man in der Wildkräuter – Nährwerttabelle bei Löwenzahn, sieht man, dass Löwenzahn ansonsten recht viel zu bieten hat: Er hat viel Kalium, Vitamin C, Vitamin B6 und Carotin. Das Kalium wirkt harntreibend, weshalb die Pflanze im Französischen auch „Pissentlit“ („ins Bett pisser“) genannt wird.

Löwenzahn in der Küche

Aus den Bitterstoffreichen Blättern lässt sich ein guter Bitterstofftee zubereiten. Dieser ist gut nach dem Essen schwerverdaulicher, fetter Speise und wirkt zudem harntreibend, was bei Blasenentzündung helfen kann. Wichtig ist hier, dass man ausreichend auf Flüssigkeitszufuhr achtet. Für die Zubereitung reicht ein TL getrocknete oder 2 TL frische Blätter pro Tasse, 10 Min. ziehen lassen. Zudem ist Löwenzahnpesto super lecker und ein echter Geheimtipp.

Folgende Rezepte mit Löwenzahn können wir euch sehr ans Herz legen:

Heilwirkung von Löwenzahn

Vielen Wildkräutern werden diverse Heilwirkungen nachgesagt. Uns ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich dabei um Erfahrungswerte handelt (Volksmedizin, Teile der Naturheilkunde etc.) oder ob es dazu Studien nach anerkannten wissenschaftlichen Standards gibt. Hier sind unsere Rechercheergebnisse:

Heilwirkung von Löwenzahn aus Sicht der Rationalen Phytotherapie (durch Studien belegt)

Laut ESCOP sind die  Löwenzahnblätter als harntreibende Mittel z.B. bei Rheuma und zur Nierensteinvorbeuge und bei Appetitlosigkeit anerkannt. Die Wurzel wird z.T. erfolgreich zur Behandlung von Leber- und Gallenproblemen eingesetzt.

Kommission E: Zusätzlich zu den von ESCOP beschriebenen Wirkungen, ist eine Wirksamkeit von Löwenzahn bei  Völlegefühl und Blähungen belegt.

Heilwirkung von Löwenzahn aus Sicht der Volks- / Naturheilkunde (nicht durch Studien belegt)

Zur den links genannten Wirkungen kommt aus der Sicht der Naturheilkunde eine entschlackende und blutreinigende Wirkung.

Kapitel 4: Verwechslung & Gefahren

Es gibt viele Vertreter der Korbblütler, die den Löwenzahnarten auf den ersten Blick ähnlich sehen. Das Gute: Im Prinzip sind alle heimischen „löwenzahnähnlichen“ Pflanzen (Blattrosette, keine Stängelblätter, ein oder wenige Blütenköpfe, „Löwenzahnblätter“) verwendbar. Auch die vom Blütenstand her ähnelnden Habichtskräuter, Ferkelkräuter, Bitterkräuter, Pippau können verwendet werden verwenden.  Dadurch, dass so viele Arten in dieser Gruppe essbar sind, ist es einfacher, Arten auszuschließen, die man nicht verwenden sollte, denn davon gibt es lediglich zwei Gruppen:

Giftlattich (Lactuca virosa)

Die Einschätzung der Giftigkeit dieser einer Gänsedistel ähnelnden Pflanze schwankt und reicht von schwach bis stark giftig. Die Blätter sehen überhaupt nicht löwenzahnähnlich aus und die Pflanze wird in der Regel sehr groß, von daher ist die Gefahr einer Verwechslung gering

Greiskräuter / Kreuzkräuter (Senecio sp.)

Die Gattung Senecio geriet öfter mal in die Schlagzeilen, da sie für den Tod einiger Pferde und Kühe verantwortlich war, die Heu mit Greiskraut gefressen hatten. Aufgrund der enthaltenen Pyrrollizidinalkaloide für uns leberschädigend und krebserregend. Die Greiskräuter können sehr unterschiedlich aussehen, die Blätter sehen bei den häufigeren Arten etwas rucolaartig aus. Die Blüten ähneln dem Löwenzahn bis auf die Form nicht sonderlich: denn sie haben zwei unterschiedliche Gelbtöne. Die Äußeren Blüten sind hellgelb , die inneren dunkelgelb gefärbt. Bei den Löwenzähnen finden wir hingegen nur einen Gelbton im Blütenstand. Beim Wald-Greiskraut und beim gewöhnlichen Greiskraut sieht man die unterschiedlichen Farben im Blütenstand schlecht, da sie geschlossen bleiben. Diese bilden oft eine spinnwebartige Behaarung an Stängel und Blättern.

Kurzcheck "die Richtige"

Alle wichtigen Erkennungsmerkmale der gängigen Löwenzahnarten zusammengefasst. Es gibt auch ein paar Löwenzahnarten, die sich von diesem Schema unterscheiden.

Kapitel 5: Sammelorte & Sammelzeiträume

In diesem Kapitel wollen wir uns mit der Sammelpraxis beschäftigen. Wo finde ich Löwenzahn , wo kann ich ihn am besten Sammeln? Und welche Jahreszeit ist die beste, um Löwenzahn zu Sammeln?

Einige Löwenzahnarten sind sehr häufig und weit verbreitet. Sie mögen Nährstoffe und nicht zu viel Schatten und treten auf überdüngten Fettwiesen in Massen auf. Auch in Parks findet man ihn häufig. Im Wald findet man sie allenthalben an Wegrändern. Man kann ihn fast das gesamte Jahr über Sammeln.

Kapitel 6: Mythologisches & Historisches

Woher kommt der Name Löwenzahn? Was haben unsere Vorfahren mit dem Löwenzahn verbunden, welche Mythen ranken sich um ihn? Was gibt es sonst noch interessantes über den Löwenzahn zu berichten?

Löwenzahn wird in manchen Gegenden auch Butterblume genannt, was problematisch sein kann, da so auch die giftigen Hahnenfußgewächse genannt werden. Der Name Kuhblume lässt sich leicht erklären, schließlich liebt Löwenzahn Stickstoff und davon hat man auf Kuhweiden zu genüge. Ein alter Name ist Krötenblume, früher hat man Kröten und Unken prophetische Kräfte nachgesagt, was auf den Löwenzahn übertragen wurde. Bettsiecher und Pissblom weist auf die harntreibende Wirkung hin, Ketten- und Ringelblume wurde sie auch genannt, da die Kinder daraus Ketten geflochten haben. In Dänemark wurde Löwenzahn früher Teufels Milchbottich genannt und auch der Name Teufelsblume könnte ein Hinweis sein, dass der weiße Milchsaft den Menschen nicht so ganz geheuer war. Das Deutsche Reich und die Sowjetunion bauten in den 30er Jahren eine östliche Löwenzahnart an, um daraus einen Ersatzgummi herzustellen, dann tatsächlich enthält Löwenzahn Kautschuk. Das hat man jüngst aufgegriffen und versucht es erneut. Die älteren Semester werden sich vielleicht noch daran erinnern (sofern man die Gelegenheit hatte) : der 500 Mark Schein war mit einer Löwenzahnzeichnung von Maria Sibylla Merian bedruckt.

Quellen:

Larbig, Manuel , Mein Wildkräuterguide. Penguin Verlag, 2021.

Aufseß, Freiherr v., Anzeiger für Kunde des deutschen Mittelalters, 1832.


Sauerampfer

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Sauerampfer

Unsere heimische Zitrone

Wenn sauer wirklich lustig macht, wirst du dich im folgenden Artikel krümmen vor Lachen. Hier erzählen wir dir nämlich interessante und spannende Geschichten über den Sauerampfer. Du erfährst, warum man ihn nicht täglich in großen Mengen in den Smoothie werfen sollte, Welche giftigen Verwechslungspartnerinnen er hat und warum Kinder früher Läuse von ihm bekamen.

Kapitel 1: Merkmale

Die grünlich-rötlichen Blüten sind sehr klein und kugelig, sie wirken wie aufgereiht und sind überhaupt eher unauffällig. Sie stehen in einem rispigen Blütenstand, an den Enden des im oberen Bereich verzweigten Stängels. Später werden rötliche, plättchenartige Samen gebildet.

Der Wiesensauerampfer wird bis zu einem Meter hoch, der kleine selten mehr als 30cm, der Stängel, wie auch der Rest der Pflanze sind mehr oder weniger unbehaart.

Die Laubblätter haben am Blattgrund, als dort, wo der Blattstiel ansetzt, abstehende Zipfel. Beim  kleinen stehen diese fast senkrecht ab, man nennt diese Form spießförmig (Spieße waren mittelalterliche Lanzen mit einem Querstück unterhalb der Spitze). Beim Wiesen-Sauerampfer sind die Blattzipfel nach unten geneigt und das Blatt wirkt Pfeilförmig.

Kapitel 2: Botanisches

Bei uns kommen Sieben Arten vor, der wir im deutschen als Sauerampfer bezeichnen. Die häufigsten Arten sind der Wiesen – Sauerampfer (Rumex acetosa) und der kleine Sauerampfer (Rumex acetosella) . Die Gattung Rumex ist sehr groß und eine große Anzahl anderer Ampferarten zählen dazu. Die Gattung Rumex wiederum gehört wie der Rhabarber zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceaen).

Sauerampfer ist ausdauernd, das bedeutet, dass er mehrmals in seinem Leben blühen und Früchte bilden kann. Als Geophyt bzw. Hemikryptophyt sterben für uns sichtbare Teile wie der Stängel Ende des Jahres ab, nur Pflanzenteile unter und dicht über der Erde überleben den Winter und können im Frühling neu austreiben. Hierbei helfen die ausgeprägten Rhizome (unterirdische, waagerecht verlaufende „Stängel“) beim Überwintern.

Sauerampfer wird über den Wind bestäubt. Die Blüten sind für keine Insekten interessant , wohl aber die Blätter, welche von einigen Käferarten regelrecht durchlöchert werden.

Kapitel 3: Inhaltsstoffe & Verwendbarkeit

Sauerampfer ist sauer, wer hätte das gedacht! Doch welcher Stoff ist für den säuerlichen Geschmack verantwortlich? Die sogenannte Oxalsäure kommt bei Knöterichgewächse und den Fuchsschwanzgewächsen , aber auch in anderen Familien relativ häufig vor. Sie verleiht den Pflanzen eine kulinarisch sehr interessante Säure, hat jedoch auch ihre Tücken, weshalb wir ihr einen ganz eigenen Artikel gewidmet haben.

Soviel wollen wir hier aber schon verraten: Oxalsäure bindet einige Metalle, unter anderem Kalzium und Eisen . Das wiederum kann auf die Nieren gehen und indirekt Nierensteine, genauer gesagt Oxalatsteine begünstigen. Ein gesunder, junger Mensch kann mehrmals die Woche moderate Mengen an Oxalsäure vertragen, ältere Menschen, und Personen mit Nierenleiden jedoch sollten auf sie verzichten. Tägliche Smoothies mit Sauerampfer sind auch bei jungen Menschen nicht zu empfehlen. Nimmt man gleichzeitig kalziumreiche Lebensmittel zu sich (Milchprodukte, Sesam), fungiert das Kalzium hier als „Kanonenfutter“ und dem Körper wird nur sehr wenig Kalzium entzogen. Das ist übrigens auch der Grund, warum man nicht monatelang Rhabarber essen sollte. Und auch, warum man Sahne auf den Rhabarberkuchen gibt (nein nein, das hat natürlich nichts mit dem leckeren Fett und Zucker zu tun). Daneben ist Sauerampfer ziemlich reich an Vitamin C und enthält Gerbstoffe.

Sauerampfer in der Küche

Die frischgrüne Säure des Sauerampfers lässt sich hervorragend in der Küche einsetzen. Er eignet sich besonders als gesunde Erfrischung nach der grauen Winterzeit, aber auch im Sommer lässt er sich prima bei herzhaften  Gerichten wie Frankfurter Grüne Soße, im Wildkräutersalat oder Desserts wie Beeren mit Vanilleeis und Sauerampfersoße verwenden. Auch kann man ihn ab und zu im Smoothie verwenden, nur sollte man dies nicht über lange Zeiträume tun (siehe Artikel Smoothie oder Oxalsäure). Sauerampfer wird beim erhitzen etwas schleimig. Bei Kleingeschnittenen Blättern mag das kaum auffallen, möchte man jedoch ganz Blätter verwenden, sollte man sich auf ein etwas schleimiges Mundgefühl einstellen.

Hier findest du Rezepte mit Sauerampfer:

Heilwirkung von Sauerampfer

Vielen Wildkräutern werden diverse Heilwirkungen nachgesagt. Uns ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich dabei um Erfahrungswerte handelt (Volksmedizin, Teile der Naturheilkunde etc.) oder ob es dazu Studien nach anerkannten wissenschaftlichen Standards gibt. Hier sind unsere Rechercheergebnisse:

Heilwirkung von Sauerampfer aus Sicht der Rationalen Phytotherapie (durch Studien belegt)

Leider wurden die Rumex-Arten noch nicht von der Kommission E , der HMPC oder der ESCOP bewertet. Es wird Zeit!

Heilwirkung von Sauerampfer aus Sicht der Volks- / Naturheilkunde (nicht durch Studien belegt)

In der Volksmedizin ist die Liste sehr lang, wir kürzen daher etwas ab: Man nutzte und nutzt den Sauerampfer bei Hauterkrankungen, Verstopfungen, Blutarmut, gegen Würmer und Müdigkeit, gegen Pickel und Furunkel. Zudem soll er appetitanregend und menstruationsregulierend wirken.

Kapitel 4: Verwechslung & Gefahren

Die echte Nelkenwurz kann man als Einsteiger mit zwei giftigen Artengruppen verwechseln, weshalb man bei der Bestimmung Vorsicht walten lassen sollte. Wer die Merkmale jedoch einmal gesehen hat, wird keine Probleme mehr haben, sie sicher zu erkennen.

***Hinweis: Sauerampfer enthält nicht geringe Mengen an Oxalsäure. Für gesunde Menschen in Maßen unbedenklich, sollten ältere Menschen und Menschen mit Nierenproblemen auf den Genuss oxalsäurehaltiger Speisen verzichten***

Andere Ampfer-Arten

Einsteiger verwechseln Ampferarten wie krauser Ampfer oder stumpfblättigen Ampfer manchmal mit den Sauerampfer-Arten. Das ist nicht dramatisch, da diese ebenfalls sehr Vitamin C – reich und essbar sind. Sie schmecken jedoch mäßig bis scheußlich, weshalb man vielleicht doch besser den richtigen sammeln sollte. Das prominenteste Merkmal der Sauerampferarten sind die spitzen Blattzipfel an der Blattgrund (dort, wo der Blattstiel am Blatt sitzt). Bei den anderen Ampferarten gibt es auch in gewisser Weise Zipfel, nur sind diese rund und wirken wie Buchten. Zudem sind die Blätter der anderen Ampferarten meist viel dunkelgrüner, teils bräunlich, derb-lederartig und zumeist viel größer.

Winden – Arten (Calystegia sp.)

Die Windenarten sind leicht giftig und während der Blüte kann man sie nicht mit Sauerampfer verwechseln: hat letzterer winzige, rötliche Blüten, bilden die Winden sehr große, wunderschöne Trichterförmige Blüten, die weiß bis rosa daherkommen. Vor der Blüte jedoch, vor allem im Frühling besteht die Gefahr sich zu vergreifen, vor allem weil die Laubblätter sich verflucht ähnlich sehen können. Hierbei hilf es, sich folgenden Fakt zu vergegenwärtigen: Winden winden sich. Sie selbst bilden nie einen aufrechten Stängel, sondern suchen sich andere Pflanzen, um sich daran hoch zuziehen, besser gesagt, sich um sie herum nach oben zu wickeln. Im Frühling , aber auch später findet man sie über die Wiese „kriechen“, auf der Suche nach einem Statik-Opfer. Von diesem niederliegenden, kriechenden Stängel aus geht dann immer ein Blattpaar aus. Im Frühling hat der Sauerampfer auch noch keinen Stängel, sondern die Laubblätter kommen zu mehreren aus einem Punkt aus dem Boden, doch er bildet nie einen kriechenden Stängel, sodass man diese, wenn man darauf achtet, eigentlich nicht verwechseln kann. Doch Obacht! Besonders fies wird es später, wenn sich die giftigen Winden um den Sauerampfer wickeln, hier kann man sich leicht vergreifen und beide einsammeln. Daher ist es wichtig, die Pflanzen, die man sammeln möchte, genau anzuschauen. Keine Pflanzen sammeln, um die sich andere Arten drum herum wickeln, oder aber diese zumindest vorher entfernen.

Aronstab (Arum sp.)

Die ziemlich giftigen, aber eher im Halbschatten der Wälder wachsenden Aronstabarten können auf den ersten Blick mit Sauerampfer verwechselt werden, da die Blattform recht ähnlich ist. Die um einiges größeren Blätter des Aronstabes kommen gerollt aus dem Boden, was der Sauerampfer nicht tut. Außerdem sind bei ersterem die Rippen auf der Blattunterseite viel stärker ausgeprägt und beim Zerteilen zieht er Fäden. Zu guter Letzt sind die „Zipfel“ am Blattgrund beim Sauerampfer in der Regel viel spitzer als beim Aronstab.

Kurzcheck "die Richtige"

Alle wichtigen Erkennungsmerkmale des Sauerampfers zusammengefasst.

Kapitel 5: Sammelorte & Sammelzeiträume

In diesem Kapitel wollen wir uns mit der Sammelpraxis beschäftigen. Wo finde ich Sauerampfer , wo kann ich ihn am besten Sammeln? Und welche Jahreszeit ist die beste, um Sauerampfer zu Sammeln?

wildkräuter am straßenrand

Die Sauerampferarten vertragen Sonne ziemlich gut und kommen oft auf Wiesen vor. Der kleine Sauerampfer verträgt trockene Böden noch besser und kommt zum Teil auch in Heiden und auf Sandflächen vor. Sammeln kann man ihn bereit im April und bis in den November hinein. Übrigens muss man sich nicht auf den Frühling beschränken: im Herbst ist er noch immer lecker und reich an Vitamin C.

Kapitel 6: Mythologisches & Historisches

Woher kommt der Name Sauerampfer? Was haben unsere Vorfahren mit Sauerampfer verbunden, welche Mythen ranken sich um ihn? Was gibt es sonst noch interessantes über Sauerampfer zu berichten?

Über den Sauerampfer lässt sich viel lustiges Berichten. Landwirt*innen werden mir nicht zustimmen, für diese ist es Teufelszeug – ist es doch schwer ihn los zu werden. Die Samen bleiben viele Jahre keimfähig , und das sogar in der Gülle!

Früher erzählte man den Kindern, dass man Läuse bekommt, wenn man zu viel Sauerampfer nascht. Ich konnte nicht herausfinden, ob das an den läuseähnlichen Samen liegt und man daraus schloss oder der Tatsache, dass man von der schädlichen Überdosierung wusste und die Kinder so vor Nierenleiden schützen wollte. Im bekannten Sinupret wird und wurde unter anderem Sauerampferextrakt verwendet.

Warum er „Sauer“ im Namen trägt, ist klar. Und woher kommt der Name Ampfer? Dieser kommt eventuell vom germanischen „amper“, was in etwas „scharf“ bedeutet. Auch das lateinischen amarus „bitter“ ist nicht sehr treffend. Treffsicherer kommt da doch das altenglische ampre „der Saure“ her.

Quellen:

Larbig, Manuel , Mein Wildkräuterguide. Penguin Verlag, 2021.

Sauerhoff, Friedhelm: Etxmologisches Wörterbuch der Pflanzennamen.

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbh Stuttgart, 2003.

Söhns, Franz: Unsere Pflanzen . Teubner, 1912.


Bitterstoffe

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Bitterstoffe

Bitter - eine fast vergessene Geschmacksrichtung

Unsere Zungen sind Bitterstoffe, vom Kaffee einmal abgesehen, nicht mehr gewöhnt. Unserer Vorfahren haben viel bitterstoffreicher gegessen – aus den meisten Kulturgemüsesorten wurden Bitterstoffe im Laufe der letzten Jahrhunderte weitestgehend herausgezüchtet. Und das ist eigentlich schade, denn Bitterstoffe können einem Gericht nicht nur das gewisse „etwas“ verleihen, auch sind viele von ihnen in Maßen sehr gesund. Doch warum das nicht auf alle Bitterstoffe zutrifft, wie ihr Bitterstoffe abmildern könnt und was es sonst noch so über Bitterstoffe zu erfahren gibt, berichten wir im folgenden Artikel.

Was sind Bitterstoffe?

Bei den Bitterstoffen handelt es sich um eine chemisch sehr diverse Gruppe. Sie haben also aus chemischer Sicht oft gar nichts miteinander zu tun, sind nicht „miteinander verwandt“. Der Sammelbegriff bezeichnet die verschiedensten chemischen Stoffe, welche alle einen bestimmten Rezeptor im menschlichen Körper (auf der Zunge) aktivieren und so einen bitteren Geschmack hervorrufen. Der Begriff umfasst zum Beispiel häufig Vertreter der Flavonoide, Glykoside, aber auch giftige Alkaloide. Stoffe können also gleichzeitig mehreren Gruppen angehören, es gibt da oft kein „entweder oder“. Dadurch, dass die erwähnten Alkaloide auch oft bitter schmecken und somit zu den Bitterstoffen gezählt werden können, ist die pauschale Aussage „Bitterstoffe sind sehr gesund“ zu relativieren.

Wie wirken Bitterstoffe?

Die meisten Bitterstofftypen vieler heimischer Wildpflanzen wirken jedoch – in der richtigen Dosis- sehr positiv auf unseren Organismus. Sie fördern die Verdauung und Aufspaltung von Fetten, indem der stimulierte Rezeptor wiederum komplizierte Signalwege aktiviert, welche schließlich zur Steigerung der Sekretion von Magensäften und Verdauungsenzymen führen. Auf diesem Weg wirken Bitterstoffe appetitfördernd, dabei befördern sie gleichzeitig das rechtzeitige Eintreten eines Sättigungsgefühls, wodurch auch Heißhungerattacke verhindert werden können.

Ein sehr Bitterstoffreiches Kraut: gewöhnlicher Beifuß (Artmesisia vulgaris)

Auf Grund dieser verdauungsregulierenden Wirkung besteht die Füllung der fettigen Weihnachtsgans gerne aus Beifuß und auch der Verdauungsschnaps nach einer schweren Mahlzeit schmeckt häufig bitter. Wie so oft gilt auch in diesem Fall: Die richtigen Bitterstoffe leisten in Maßen genossen einen sehr wertvollen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung, doch wer es übertreibt muss mit Magenschmerzen, Übelkeit und Reizungen des Verdauungstraktes rechnen.

Welche Wildkräuter haben Bitterstoffe?

Den Pflanzen dienen die Bitterstoffe zum Schutz vor hungrigen Herbivoren. Dementsprechend findet man Bitterstoffe bei sehr vielen wilden Arten. Auch unser Zuchtgemüse war früher bitter: In den allermeisten unserer Kulturpflanzen wurden diese Stoffe über die Zeit durch Züchtungsprozesse sehr stark minimiert, wodurch sich auch unsere Geschmacksgewohnheiten verändert haben. Selbst der bitter-scharfe Rucola aus dem Supermarkt wirkt mild im Vergleich zu seinem wilden Pendant, der Wilden Rauke. Bei folgenden Pflanzengruppen sind Bitterstoffe besonders häufig:

Korbblütler

  • Löwenzahn
  • Schafgarbe
  • Wermut
  • Wegwarte

Kreuzblütler

  • Wilde Rauke (Schmalblättriger Doppelsame)

Andere Gruppen

  • Wilder Hopfen
  • Engelwurz – Arten
  • Tausendgüldenkraut

Bitterstoffe in der Küche

Um den bitteren Geschmack von Löwenzahn oder anderen Wildkräutern etwas zu mindern, können die Blätter vor dem Verzehr für ungefähr eine halbe Stunde in lauwarmes Wasser gelegt werden. Durch diese schonende Behandlung lösen sich die Bitterstoffe teilweise heraus und die Blätter können sogar im Salat verzehrt werden.

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Quellen:

Larbig, Manuel. Mein Wildkräuterguide. Penguin Verlag, 2021

FINGER, Thomas E. helping to regulate digestion, respiration, and other systems. The Scientist 11. (2011): 34-39. http://www.fiserscience.com/uploads/2/4/7/3/24731635/matters_of_taste_-_ptc_and_more.pdf

LU, Ping, et al. Extraoral bitter taste receptors in health and disease. The Journal of general physiology, 2017, 149. Jg., Nr. 2, S. 181-197. https://doi.org/10.1085/jgp.201611637

WÖLFLE, Ute; SCHEMPP, Christoph M. Bitterstoffe–von der traditionellen Verwendung bis zum Einsatz an der Haut. Zeitschrift für Phytotherapie, 2018, 39. Jg., Nr. 05, S. 210-215. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/a-0654-1711

 


Oxalsäure

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Oxalsäure

Sauer mach lustig

Oxalsäure verleiht einigen Kulturpflanzen wie Rhabarber und Spinat ihre eigentümliche Säure. Auch einige Wildkräuter warten mit dieser auf, so sind Sauerampfer und Sauerklee wahrscheinlich die bekanntesten, sauer schmeckenden Wildkräuter. Warum Menschen mit Nierenleiden sich beim Verzehr oxalsäurehaltiger Lebensmittel etwas zügeln sollten und warum Imker sich besonders über sie freuen, wollen wir euch im folgenden Artikel vorstellen.

***Achtung: Nierenkranke sollten auf den Genuß oxalsäurehaltiger Lebensmittel verzichten***

Was ist Oxalsäure?

Die wasserlösliche Säure aus der Gruppe der Dicarbonsäuren wurde 1769 im Waldsauerklee (Oxalis acetosella) entdeckt und in Anlehnung daran als Oxalsäure getauft. Der saure Geschmack des Sauerklees und anderer nicht verwandter Pflanzen (z.B. dem Sauerampfer) lässt sich auf diese Verbindung zurückführen. Auch viele Vertreter der Fuchsschwanzgewächse enthalten Oxalsäure. Hierzu gehört etwa der Spinat, aber auch Arten der Gänsefüße oder Melden.

Oxalsäure wird von Imkern zur Bekämpfung der parasitischen Varroamilbe in das Bienenvolk geträufelt. Die organische Säure greift zwar den Parasiten an und veranlasst ihn abzufallen, schadet den Bienen hingegen nicht.

Wie wirkt Oxalsäure?

Oxalsäure ist prinzipiell ein schädigender Inhaltsstoff, aber in mäßigen Mengen und bei gesunden Menschen als unbedenklich zu betrachten. Bei dauerhaft übermäßigem Verzehr kann Oxalsäure die Nieren schädigen oder in Verbindung mit Kalzium und Harnsäure die Bildung von Nierensteinen begünstigen. Die Säure bindet Kalzium und entzieht dieses so dem menschlichen Körper. Es ist daher sinnvoll oxalsäurehaltige Pflanzen in Verbindung mit kalziumreichen Lebensmitteln, etwa Milchprodukten oder Sesam, zu sich zu nehmen. Auf diese Weise kann sich die Oxalsäure bereits vor der Aufnahme in den Körper mit Kalzium verbinden. Nicht ohne Grund wird Rhabarberkompott gerne mit Vanillesoße oder Sahne serviert (Nein Nein, nicht etwa, weil Sahne lecker ist…) .

Ein hervorragender WIldspinat, der größere Mengen Oxalsäure enthält: weißer Gänsefuß (Chenopodium album)

Ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang ist die Aufnahme von Eisen, welche durch Oxalsäure gehemmt wird. Hierdurch sinkt die Verfügbarkeit von Eisen in bestimmten Lebensmitteln trotz hoher Eisengehalte stark. Die Oxalsäure im Spinat beispielsweise führt dazu, dass das darin enthaltene Eisen von unserem Darm schlechter aufgenommen werden kann. Dies kann gerade bei schwangeren Frauen und Vegetariern unter Umständen zu einem Eisenmangel führen.

Auch Rhabarber enthält größere Mengen an Oxalsäure. Diese befinden sich hier jedoch hauptsächlich in den Blättern, weshalb vorwiegend die gekochten Stängel verwendet werden. Auch das Kochen und Dünsten der Pflanze verringert den Oxalsäuregehalt erheblich, da sehr viel davon in das Kochwasser übergeht. Noch weiter minimieren lässt sich die Konzentration, indem das Kochwasser anschließend abgegossen wird.

Welche Wildkräuter haben Oxalsäure?

Relativ viele Pflanzen haben Oxalsäure, in größeren Mengen ist jedoch nur in wenigen Gruppen zu finden. Sie dient der Pflanze zum einen als Fraßschutz, zum anderen ist sie ein zum Teil unvermeidliches Stoffwechselprodukt.

Bei folgenden Pflanzengruppen sind Bitterstoffe besonders häufig:

 

[simple_tooltip content=’Manche Autoren unterscheiden zwischen den Familien Fuchsschwanzgewächse und Gänsefußgewächse’]Fuchsschwanzgewächse (Amarantaceae)[/simple_tooltip]Fuchsschwanzgewächse (Amarantaceae)

  • Melden
  • Gänsefüße
  • Fuchsschwänze

Knöterichgewächse (Polygonaceae)

  • Sauerampfer
  • Andere Ampfer – Arten

Andere Gruppen

  • Sauerklee

Oxalsäure in der Küche

Die Säure der Oxalsäure kann nicht nur Desserts verfeinern, auch herzhaften Gerichten verleiht sie das gewisse etwas.

Zusammenfassend ist von einem übermäßigen Konsum oxalsäurehaltiger Pflanzen abzuraten, allerdings ist der gelegentliche Verzehr von Sauerampfer oder Rhabarber für gesunde Menschen unproblematisch. Wie so oft bei der Bewertung bestimmter Inhaltsstoffe heißt es „die Dosis macht das Gift“. Auf Oxalsäure verzichten sollten Menschen, die unter Nierenproblemen oder Nährstoffmangel leiden.

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Quellen:

Fleischenhauer et. al., Essbare Wildpflanzen. AT Verlag, 2007.

Larbig, Manuel, Mein Wildkräuterguide. Penguin Verlag, 2021.

https://www.verbraucherzentrale-bayern.de/wissen/haetten-sies-gewusst/ist-die-oxalsaeure-im-rhabarber-schaedlich-36320 (Abgerufen am 28. September um 23:13)


Vitamin C

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Vitamin C

Der Immunbooster

Vitamine sind keine einheitliche chemische Stoffgruppe, sondern sind dadurch definiert, dass wir sie (von einer Ausnahme abgesehen) nicht selbst herstellen können, sie zwar für einen gesunden Organismus notwendig sind, uns aber keine Energie liefern. Vitamin C ist in vielen Wildkräutern in beachtlichen Mengen vorhanden, weshalb es sich gerade in den Herbstmonaten besonders lohnt, auf diese zurückzugreifen. Ob Vitamin C beim Kochen zerstört wird und welche heimische Wildpflanze den höchsten Gehalt an Vitamin C besitzt, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Was ist Vitamin C?

Vitamin C ist eines der 13 Vitamine, auf deren Zufuhr wir Menschen angewiesen sind. Aus ihnen gewinnt unser Körper zwar nicht direkt Energie oder nutzt sie zur Herstellung größerer Bausteine, wie es bei Zuckern, Fetten oder Proteinen der Fall ist, doch sind Vitamine dennoch unerlässlich für einen funktionierenden Stoffwechsel und müssen daher über die Nahrung aufgenommen werden. Hierzu können Wildkräuter und -früchte einen wichtigen Beitrag leisten. Die unscheinbare Brennnessel etwa verfügt über große Mengen an Vitamin A, C und E. Den höchsten Vitamin C Gehalt aller heimischen Pflanzen besitzen die Hagebutten unserer Wildrosen mit bis zu 1250 mg pro 100 g Frischmasse. Sie übertreffen damit selbst die Zitrone (50 mg) um ein Vielfaches. Auch die aromatische Knoblauchrauke, der Sanddorn, oder das Barbarakraut können Werte zwischen 300 und 400 mg erreichen.

Die Entdeckung des Vitamin C nahm ihren Ursprung in der Mitte des 18. Jahrhundert, als der britische Marinearzt James Lind die Ursache für Skorbut auf einem Schiff untersuchte. Die mysteriöse Seefahrerkrankheit äußerte sich in dramatischen Symptomen und konnte, wie Lind durch Experimente zeigte, durch den Verzehr von Zitronen geheilt werden. Skorbut war also die Folge einer Mangelernährung. Isoliert wurde das Vitamin aus der Zitrone erstmals 1932.

Wie wirkt Vitamin C?

Da Vitamin C an vielen Vorgängen im Immunsystem beteiligt ist, können die entsprechenden Wildpflanzen im Winter hervorragend zur Prävention und Linderung von Erkältungskrankheiten eingesetzt werden. Der fruchtige Hagebutten-Tee wird damit zu einem wertvollen Begleiter in den kalten Wintermonaten, enthalten die Früchte der Wildrosen doch zum Teil 20 mal mehr Vitamin C als Zitronen (!). Auch bei Schwangeren empfiehlt sich der Tee auf Grund des erhöhten Vitamin-C-Bedarfs und zur Stärkung der Immunabwehr.

Platz eins der Vitamin C reichsten heimischen Gewächse: Wildrosen (Hagebutte)

Einige Vitamine (z.B. A, C und E) wirken im Körper auch als Antioxidantien, das bedeutet sie neutralisieren schädliche Moleküle (Radikale) aus der Umwelt und nehmen damit eine wichtige Schutzfunktion ein. In den Linsen und der Tränenflüssigkeit unserer Augen ist der Vitamin C Gehalt daher im Vergleich zum Blut um das 50-fache erhöht und schützt das exponierte Organ so besonders effektiv vor freien Radikalen.

Welche Wildkräuter haben viel Vitamin C?

Viele Wildkräuter sind Vitaminreich. Einige Arten sind noch Vitamin C – reicher als andere, weshalb wir hier eine List der vitaminreichsten Wildkräuter und Wildfrüchte erstellt haben:

Wildfrüchte

  • Wildrosen (Hagebutte)
  • Kornelkirsche
  • Sanddorn
  • Eberesche

Wildkräuter

  • Sauerampfer
  • Andere Ampfer – Arten
  • Brennnessel
  • Barbarakraut
  • Franzosenkraut
  • Gänsefuß
  • Giersch
  • Knoblauchsrauke
  • Weidenröschen
  • Birkenblätter

Vitamin C reiche Wildkräuter in der Küche

Viele Wildkräuter sind sehr Reich an Vitamin C. Von daher ist es der Gesundheit sehr zuträglich, ab und an mit Wildkräutern zu kochen. Daneben kann ma aus diversen Wildfrüchten wie Hagebutte, Kornelkirsche und sogar Eberesche (Vogelbeeren) einen wirksamen Erkältungstee zubereiten. Folgende Rezepte und Kurse können wir dazu ans Herz legen:

FAQ: Wird Vitamin C nicht durch Kochen zerstört?
Ist ein Hagbuttentee überhaupt noch gesund, wenn das Vitamin C durch Hitze zertört wird?

Verschiedenen Studien zufolge reduziert sich der Gehalt an Vitamin C durch den Zerfall des hitzeempfindlichen Moleküls beim Kochen um 30 bis 90%. Entscheidend ist dabei, wie und von welchen anderen Stoffen begleitet das Vitamin C im Lebensmittel gebunden ist.

Bei der Tee-Zubereitung mit einmaligem Übergießen der Hagebutten und anschließender Ziehdauer dürften deutlich mehr als 10% des Vitamin C erhalten bleiben. Auch darf man nicht vergessen, dass wir nur ein bestimmtes Maximum an Vitamin C aufnehmen kann und einige Wildfrüchte wie Hagebutten liefern davon Massen. Soll heißen: selbst wenn nur 10% verbleiben würden, ist das mehr als genug. Die Bilanz lässt sich weiter maximieren, indem man das Wasser für den Aufguss nur auf ca. 60°C erhitzt.

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