Naturwissen

Wildkräuter Steckbriefe, Pflanzenportraits & Pilzsteckbriefe

Woher haben Blumen, Pilze und andere Wildkräuter ihre Namen (Etymologie)? Sind sie essbar oder doch giftig? Welche Pflanzen haben eine Heilwirkung und wozu wurden sie schon im Mittelalter genutzt?

Über unsere grünen Schätze gibt es einiges zu erzählen – in unseren Pilz- und Wildkräutersteckbriefen erfährst du, was du unbedingt wissen musst und noch dazu die ein oder andere Anekdote:

Wusstest du zum Beispiel, dass Löwenzahn aufgrund seiner harntreibenden Wirkung im Französischen „Piss-en-lit“ – also „ins-bett-pisser“ heißt? Stöbere nach Lust und Laune, schaue dir unsere Wildkräuter Steckbriefe und Pilzportraits an.

Wildkräuter & Pflanzen

Wildkräuter Steckbriefe

Gemeiner Beifuß

Artemisia vulgaris (Familie Asteraceae – Korbblütengewächse)

Gemeiner Beifuß, Artemisia vulgaris

Wildkräuter Steckbriefe

Ein altes Gewürzkraut, das traditionell dem Gänsebraten beigelegt wurde. Aufgrund der Bitterstoffe lässt sich fettes Essen besser verdauen. Auch ein Wildkräuter - Eistee ist damit sehr lecker.

Rispige Blütenstände mit unscheinbaren Teilblüten. Die Blätter sind teils vielgestaltig, die Unterseite ist aber stets graufilzig.

Diese Pflanze war den Griechen der Göttin des Waldes und der Jagd - Artemis, geweiht. Bei den Germanen hatte Thor einen Kraftgürtel, der aus Beifuß geflochten war.

Der Beifuß kann mit den giftigen Ambrosia – Arten verwechselt werden, Diese aus Nordamerika stammende Pflanze kann heftige Allergien und Hautirritationen auslösen.

Echte Nelkenwurz

Geum urbanum (Familie Rosaceae – Rosengewächse)

Echte Nelkenwurz , Geum urbanum

Sehr Gerbstoffreiche, violettfarbene Wurzel. Deshalb eignet sich ein Sud sehr als Gurgelmittel bei Halsschmerzen.

Wildkräuter Steckbriefe

Sie lässt sich das ganze Jahr über finden, ihre Grundblätter (Blattrosetten) drücken sich sogar unter der Schneedecke an den Boden

Die Klettenartigen Früchte bleiben gerne in Tierhaaren hängen (Verbreitungstaktik!)

Es gibt keine giftigen Verwechslungspartner. Wer sie aber im Winter im nichtblühenden Zustand sammeln möchte, sollte schon etwas Erfahrung haben.

Ehrenpreis - Arten

Veronica sp. (Familie Plantaginaceae – Wegerichgewächse)

Ehrenpreis, veronica sp.

Wildkräuter Steckbriefe

Blüten können als Deko verwendet werden. Die Laubblätter kann man auch essen, haben jedoch keinen überragenden Nährwert.

Blaue oder Violette Blüten und 4 Kronblätter. Die Laubblätter stehen sich meist gegenüber, sind also„Gegenständig“

Wird auch „Männertreu“ genannt. Warum? Sobald man die Pflanze pflückt, fallen die Blütenblätterrasch ab...

Die Ehrenpreis – Arten sind, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, mit den Wegerich- Arten verwandt.

Europäische Eibe

Taxus baccata (Familie Taxaceae – Eibengewächse)

Gemeine Eibe, Taxus baccata

Wildkräuter Steckbriefe

Alles an der Eibe ist stark giftig: die Nadeln, die Samen und das Holz. 40 Nadeln sind wohl schon tödlich. Lediglich der rote, fleischige Samenmantel ist essbar. Vorsicht walten lassen, Kerne ausspucken!!

Die Eibe ist der mit Abstand giftigste Baum Europas. In unseren Wälder sehr selten geworden, findet man sie regelmäßig in unseren Parks. Nicht selten als Hecke „zurechtgestutzt“.

Die Eibe war früher ein häufiger Baum in England. Nachdem der extrem hohe Wert als Holz für die (Lang) - Bogenherstellung entdeckt wurde, schrumpften die Bestände extrem zusammen.

Der rote Samenmantel ist nicht nur essbar, sondern auch sehr lecker. Am besten sagt man aber Kindern, dass sie giftig sind, denn sie vergessen im Spiel gerne mal, den Kern auszuspucken...Wer noch nicht so viel Übung hat und gerne Fichtennadeln für einen Tee sammeln möchte – unbedingt ein Buch mitnehmen: Verwechslungsgefahr!

Fuchsschwanzgewächse

Melden – Gänsefüße - Amaranthe

Weißer Gänsefuß, Chenopodium album

Schmeckt sehr lecker, etwas spinatartig. Superlecker in der Lasagne oder Quiche, am besten mit Zwiebeln, feingehackt kurz dünsten.

Die Verwandtschaft mit Spinat ist ersichtlich. Bei den Gänsefüßen und manchen Melden sehen die Blätter aus wie Fußabdrücke von Gänsen. Kleine, unscheinbare Blüten, die Blätter sind sehr vielgestaltig.

Bereits vor über 10.000 Jahren wurden diese Pflanzen regelmäßig gesammelt und verwertet, sie sind also richtige „Steinzeitpflanzen“

Die Samen enthalten Saponine, die Blätter Oxalsäure. Deshalb sollte man diese Pflanzen nicht über langen Zeitraum im Übermaß essen (wie übrigens Spinat auch)

Giersch

Aegopodium podagraria (Familie Apiaceae – Doldenblütler)

Giersch, Aegopodium podagraria

Wildkräuter Steckbriefe

Geschmacklich eine Mischung aus Petersilie und Möhre, Für Wildsalate zu intensiv (Geschmackssache) , für deftige Gerichte sehr gut, z.B im Risotto

3-er- Regel: 3-kantiger Stengel, 3 Blätter entspringen aus einem Punkt, Blätter 3-fach geteilt (teils „zusammengewachsen“)

Der größte Feind des „Nagelscherengärtners“: selbst kleine Bruchstücke können zu neuen Pflanzen austreiben. Einmal im Garten, wird man ihn nicht mehr los. (Also am besten essen und geniessen)

Achtung! Die Familie der Doldenblütler enthält einige sehr giftige Arten, die man untereinander leicht verwechseln kann! Auf die 3er- Regel achten.

Graukresse

Berteroa incana (Familie Brassicaceae – Kreuzblütengewächse)

Graukresse, Berteroa incana

Wildkräuter Steckbriefe

Die Samen und Blüten schmecken etwas scharf, kresseartig und können roh verzehrt werden. Man kann die Samen auch auf der Fensterbank ziehen und die jungen Pflänzchen wie Kresse ernten und nutzen.

Die kleinen, weißen Blüten bilden Mitte des Sommer die markanten, rundlichen Schötchen, welche viele kleine Samen enthalten.

Die durch die Behaarung verursachte grau-grüne Farbe hat zu ihrem Namen geführt. Diese Behaarung lässt sie auch längere Trockenperioden gut überstehen.

Man kann sie zwar theoretisch mit anderen Arten der Kreuzblütler verwechseln , es gibt aber keine Verwechslungsmöglichkeiten mit Giftpflanzen.

Große Klette

Arctium lappa (Familie Asteraceae – Korbblütengewächse)

Wildkräuter Steckbriefe

Teilweise riesige Blätter mit über einem Meter Durchmesser. Später ist die Pflanze an den Klettenfrüchten unverkennbar.

Die Blätter kann man als Alufolienerstatz nehmen. Einfach das Grillgut darin einwickeln und zusammen garen.

Die Blätter kann man mit denen der als krebserregend eingestuften Pestwurz verwechseln. Bei dieser ist im Gegensatz zur Klette der Blattrand jedoch „gezähnt“, also „zackig“.

Gundermann

Glechoma hederacea (Familie Lamiaceae – Lippenblütler)

Gundermann, Glechoma hederacea

Wildkräuter Steckbriefe

Schmeckt schokoliert sehr lecker! Einfach in geschmolzene Schokolade tunken und trocknen lassen

Lilafarbene Lippenblüten, welche in den Blattachseln sitzen. Blüht schon oft sehr früh im Jahr. Oft „kriechend“, also auf dem Boden liegend und erneut wurzelnd. Blätter gekerbt.

Im Mittelalter ein wichtiges Wundkraut. Die Germanen glaubten, man könne Hexen erkennen, wenn man aus einen aus Gundermann geflochtenen Kranz schaut.

Verwechslungsmöglichkeiten mit den Günsel – und Taubnesselarten und im nicht blühenden Zustand mit vielen Arten. Aber darunter sind keine giftigen.

Holunder - Arten

Sambucus sp. (Familie Adoxaceae – Moschuskrautgewächse)

Schwarzer Holunder, Sambucus nigra

Wildkräuter Steckbriefe

Aus den Blüten aller Arten lässt sich Sirup machen. Doch auch die Beeren von schwarzem und rotem H. kann man erhitzen und zu Marmelade oder Saft verarbeiten. Siehe aber Hinweise unten!

Holunder kommt zumeist in Form von großen Sträuchern vor, sie können aber manchmal zu richtiggehenden Bäumen heranwachsen.

Roter Holunder hat rote Beeren, schwarzer Holunder schwarze. Zudem gibt es noch den giftigen Zwergholunder, dieser sollte nicht verwendet werden. Er ist selten größer als 1Meter und nicht verholzt.

Schwarzer Holunder: Beeren mit Kernen können erhitzt verwendet werden.

Roter Holunder: Beeren ohne Kerne können erhitzt verwendet werden.

Zwergholunder: Beeren nicht verwenden

Wilder Hopfen

Humulus lupulus (Familie Cannabaceae – Hanfgewächse)

Echter Hopfen, Humulus lupulus

Wildkräuter Steckbriefe

Aus den weiblichen Blüten des Hopfen kann man einen Schlaftee herstellen, das enthaltende Lupulin kann sedierend und schlaffördernd wirken. Junge Triebspitzen können wie Spargel verwendet werden.

Hopfen ist eine sehr schnell wachsende Kletterpflanze, die manchmal ganze Gebüsche überwuchert.

Der Geruch von Hopfen (und auch Bier) kann an den Geruch von Cannabis erinnern – das ist nicht verwunderlich, schließlich gehört Hopfen auch zu den Cannabisgewächsen!

Einige Phytohormone im Hopfen können eine östrogenartige Wirkung im menschlichen Körper haben, angeblich kam es bei Hopfenpflückerinnen auch schon zur Verschiebung des Zyklus.

Johanniskraut - Arten

Hypericum (Familie Hypericaceae – Johanniskrautgewächse)

Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum

Aus dem Johanniskraut wird ein leichtes, natürliches Antidepressivum gewonnen. Achtung, Hinweise weiter unten beachten!

Die Johanniskräuter, von denen das Tüpfel- oder echte Johanniskraut am häufigsten anzutreffen ist, hat auffällige gelbe Blüten und die Blätter besitzen, gegen das Licht gehalten, viele Punkte („Ölkörperchen“)

Johanniskraut wird auch Hartheu genannt und seinen ersten Namen durch den Tag des Johannes des Täufers (24.6.). Und tatsächlich beginnt die Blüte oft um diesen Tag.

Achtung, Johanniskraut kann die Wirkung der Anti- Baby-Pille aufheben und auch weiterer Medikamente beeinträchtigen. Macht zudem lichtsensitiver, man bekommt nach der Einnahme schneller einen Sonnenbrand.

Knoblauchsrauke

Alliaria petiolata (Familie Brassicaceae – Kreuzblütler)

Knoblauchsrauke , Alliaria petiolata

Schmeckt nach Knoblauch, ohne einen Mundgeruch zu erzeugen. Bitterstoffe lassen sich durch wässern reduzieren. Lecker: kleingehackt in Joghurt einrühren und über Nacht kühlstellen.

Blätter haben gewisse Ähnlichkeit mit Brennnessel. Weiße Kreuzblüten, Knoblauchgeruch beim Zerreiben. Gesund durch Vitamin A, C, Lauchöle.

Eine der ältesten Gewürzpflanzen der Menschheitsgeschichte, Funde aus der Steinzeit sind belegt.

Keine Verwechslungsmöglichkeiten mit giftigen Pflanzen.

Linden - Arten

Tilia sp. (Familie Malvaceae – Malvengewächse)

Aus den Blüten lässt sich ein hervorragender Fiebertee machen. Sie wirken schweißtreibend und fiebersenkend.

Linden sind häufig in Städten zu finden. Ausserhalb der Städte sind sie weitaus seltener. Sie können im Extremfall bis zu 40 Meter hoch und 1000 Jahre alt werden.

Die bei uns heimischen Arten „Winterlinde“ und „Sommerlinde“ lassen sich bei genauem Hinsehen gut unterscheiden: die Winterlinde hat auf der Blattunterseite an den Blattrippen eine bräunliche Behaarung (Eselsbrücke: Winter – Pelz)

Unter den „Gerichtslinden“ wurden früher „Dorfgerichte“ abgehalten.

Scharfer Mauerpfeffer

Sedum acre (Familie Crassulaceae – Dickblattgewächse)

Der scharfe Mauerpfeffer wurde früher als scharfes Gewürz verwendet. Die leicht giftigen Alkaloide brennen tatsächlich v.a. im hinteren Rachenbereich und können je nach Standort sehr scharf schmecken.

Die fleischigen Blätter sind eine Anpassung an trockene Standorte, weshalb man sie auch öfter an Mauerfugen, trockenen Rasen oder als Dachbegrünung findet.

Aus einem alten Magiehandbuch: „Willst du wissen, ob ein Abwesender tot ist oder noch lebt, breche einen Stängel des Mauerpfeffers ab und stecke ihn unter das Dach seines Elternhauses. Bleibt der Stängel grün, lebt derjenige. Verdorrt der Stängel, ist er tot“

Der scharfe Mauerpfeffer ist zwar nur leicht giftig, sollte aber eher nicht konsumiert werden. Eine kleine Menge zum probieren sollte unproblematisch sein.

Gewöhnliche Nachtkerze

Oenothera biennis (Familie Onagraceae – Nachtkerzengewächse)

Gemeine Nachtkerze, Oenothera biennis

Die Nachtkerzen sind hervorragende Küchenwildkräuter. Alles an ihnen ist essbar – die Samen, die Blätter, die Blüten und die Wurzeln. Letztere wurden im zerbombten Berlin oft als„Schinkenwurzeln“ gesammelt.

Die Nachtkerzen werden nachts von Nachtfaltern bestäubt, weshalb sie sich oft erst spät am Tage öffnen.

Die Nachtkerzen kann man leicht mit den Königskerzen verwechseln (siehe Bilder unten). Diese enthalten eine Menge Saponine und sollten nicht verspeist werden. Königskerzen haben 5 gelbe Blütenblätter und rundliche Kapselfrucht („kleine runde Bobbel“) . Die Nachtkerzen haben 4 Blütenblätter und längliche Kapselfrüchte.

Roter Hartriegel

Cornus sanguinea (Familie Cornaceae – Hartriegelgewächse)

Aus den Früchten des roten Hartriegels lässt sich eine sehr Vitamin C – reiche und säuerliche Marmelade kochen. Roh leicht giftig.

Die jungen zweige des roten Hartriegels haben eine rötliche Farbe, daher kommt auch der Name. Er kommt meist als Strauch vor, kann aber auch baumartige Ausmaße annehmen.

Roter Hartriegel hat ein extrem hartes Holz. Daher kommt auch eine Namenserklärung: in den Mittelalterlichen Burgen soll das harte Holz als Riegel für die Burgtore verwendet worden sein.

Theoretisch kann man ihn mit Kornelkirsche und der Gewöhnlichen Traubenkirsche vor der Blüte und der Ausbildung von Früchten verwechseln, diese sind jedoch beide gekocht ungiftig.

Sauerampfer - Arten

Rumex sp. (Familie Polygonaceae – Knöterichgewächse)

Großer Sauerampfer (Rumex acetosa

Die Ampfer – Arten haben alle sehr viel Vitamin C – doch am besten eignen sich für die Küche der kleine und der große Sauerampfer. Superlecker im Salat oder kleingehackt mit Rohrzucker als Soße zu Erdbeeren. Auch in der Frankfurter Grünen Soße enthalten.

Die beiden Sauerampfer – Arten haben dort, wo der Stiel in die Blattspreite (die „Blattfläche“ übergeht, spitze Zipfel. Der aufrechte Stängel hat am Ende winzige, unscheinbare Blüten und später kugelige Samen.

Sauerampfer hat eine Menge Oxalsäure und sollte deshalb nicht dauerhaft in Massen verzehrt werden, da sonst Nierenschädigungen auftreten können. Abhilfe verschafft gleichzeitiger Genuss von Milchprodukten.

Giftige Verwechslungspartner sind Zaun- und Ackerwinde. Diese „kriechen“ über den Boden undsuchen sich andere Pflanzen zum hochranken. Bilden im Ggs. zum Sauerampfer keine Stängel, die Blüten sind groß und trichterförmig, die Blätter können sich aber sehr ähneln.

Scharbockskraut

Ficaria verna (Familie Ranunculaceae– Hahnenfußgewächse)

Scharbockskraut , Ficaria verna

Sehr gute Vitamin C – Quelle , gerade im Frühling. Die Blätter und die Wurzelknöllchen (Stärkespeicher) Schmecken lecker im Salat oder im Kräuterquark.

Die gelben Blüten glänzen etwas, ebenso wie die glatten Blätter. Verwechseöln könnte man die Pflanze im nichtblühenden Zustand höchstens mit dem Veilchen oder der Knoblauchsrauke, welche aber beide essbar sind.

Wegen des Vitamin C Gehaltes wurde sie früher gegen Skorbut eingesetzt (Name!)

Der Giftstoff Protoanemonin wird vorallem nach der Blüte produziert, von daher sollte die Pflanze davor genutzt werden. Da der Stoff flüchtig ist, kann man Blätter und aufgeschnittene Knöllchen auch trocknen.

Gefleckter Schierling

Conium maculatum (Familie Apiaceae – Doldenblütler)

Gefleckter Schierling , Conium maculatum

Tödlich giftig!!

Riecht nach Mäuseharn. Typische „Doldenblüten“ und Blätter sind mehrfach gefiedert.

Sokrates wurde mithilfe des „Schierlingsbecher“ zum Selbstmord gezwungen. In der Literatur lassen sich Fälle finden, bei denen der bloße Hautkontakt zu Vergiftungen geführt haben soll.

Diese Familie ist für Anfänger erstmal tabu, die Gefahr einer Verwechslung ist einfach zu groß. Andere „Familienmitglieder“ sind z.B Möhre, Fenchel, Anis, kümmel etc.

Springkraut

Impatiens sp. (Familie Balsaminaceae – Balsaminengewächse)

Großes Springkraut , Impatiens noli-tangere

Die Samen schmecken leicht nussig und können roh oder geröstet Verzehrt werden.

Die typischen Springfrüchte sind unverwechselbar. Es gibt in Deutschland 3 Arten, wobei nur das große Springkraut, auch „Bauernorchidee“ genannt , heimisch ist.

Der Artname Impatiens noli-tangere bedeutet „Das ungeduldige Rührmichnichtan“

Alle Pflanzenteile bis auf die Samen sind leicht giftig. Die unteren Stängelabschnitte kann man in geringen Maßen bei Verstopfungen anwenden.

Taubnessel - Arten

Lamium sp. (Familie Lamiaceae – Lippenblütler)

Purpurrote Taubnessel , Lamium purpureum

Die Blüten ergeben eine schöne und leicht süßliche Deko für allerlei Gerichte. Können morgens„ausgezutzelt“ werden → Nektar- Auch der Rest der Pflanze kann gut verwendet werden, z.B. wie Spinat.

Es gibt verschiedene Arten, sie sind allesamt essbar. Die Blätter ähneln auf den ersten Blick denen der Brennnessel, dabei sind sie gar nicht verwandt. Typische „Lippenblüten“.

Teilweise blühen Arten wie die Purpurrote Taubnessel sogar im Winter unter der Schneedecke. Sie bestäuben sich dann einfach kurzerhand selbst.

Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Lamiaceaen wie Ziest, Hohlzahn etc. Diese Familie ist recht sicher, da sie fast keine giftigen Vertreter aufweist.

Vogelmiere

Stellaria media (Familie Caryophyllaceae – Nelkengewächse)

Gewöhnliche Vogelmiere , Stellaria media

Schmeckt sehr lecker und die Stiele bleiben auch im Herbst noch zart und knackig. Kann als ganzes in Wildkräutersalaten gegessen werden.

Gegenständige Blätter mit tief eingeschnittenen Kronblättern. Einreihige Haarleiste am Stängel!

Enthält viel Vitamin C – (50g decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen ! ), Flavonoide und ätherische Öle.

Kann man leicht mit den Arten der Gattung Sternmiere, den Hornkräutern und den Sandkräutern verwechseln. Diese sind aber allesamt essbar.

Wegerich - Arten

Plantago sp. (Familie Plantaginaceae – Wegerichgewächse)

Mittlerer Wegerich , Plantago media

Junge Blütenstände schmecken intensiv nach Champignon. Blätter können bei Schwellungen und Stichen zerrieben und aufgelegt werden.

Spitzwegerich mit schmalen Blätter, Breitwegerich mit breiten. Blütenstand sitzt am Ende des Stängels, Blätter als „Rosetten“. Schleimstoffe können bei Darmbeschwerden helfen. „Flohsamen“sind Samen einer Indischen Wegerich-Art.

Wurde von einigen indigenen Bevölkerungsgruppen Nordamerikas „Fußstapfen des weißen Mannes“genannt, das sich diese mit den Siedlern in Amerika ausbreiteten.

Besonderheit der stark gefurchten Blattadern, sowie des typischen Blütenstandes kaum zu verwechseln.

Schmalblättrige Doppelsame

Diplotaxis tenuifolia (Familie Brassicaceae – Kreuzblütler)

Schmalblättriger Doppelsame , Diplotaxis tenuifolia

„Wilder Rucola“. Schmeckt viel intensiver als die Zuchtform, kann aber genauso verwendet werden. Bitterstoffe lassen sich durch wässern abmildern.

Gelbe Kreuzblüten, unverkennbare „Rucolablätter“. Reich an Vitamin A, B, C, E, K; Antioxidantien, Kalzium, Eisen, Zink.

Geriet vom Mittelalter bis in die Neuzeit in Vergessenheit und erlebt seit einiger Zeit eine Renaissance.

Durch den Gehalt an Erucasäure nicht dauerhaft in Massen verzehren.

Pilze

Pilz Steckbriefe

Erdsterne

Gattung Erdsterne (Geastrum)

Ungenießbar

Schüsselförmiger Fruchtkörper mit sternförmig ausgebreiteten Segmenten (daher der Name!). In diesem liegt ein kugel- bis birnenförmiger Sporenkörper.

Wächst in Mischwäldern und am Wegesrand, immer auf Erde.

Kinder spielen gerne mit Erdsternen, da beim Darauftreten Sporenwolken entstehen.

Falscher Pfifferling

Hygrophoropsis aurantiaca (Gattung Afterleistlinge)

Giftig!

Farben oft leuchtend orange, Hutrand lange eingerollt. Lamellen regelmäßig und mehrfach zum Hutrand hin ge- gabelt. Fleisch im Vergleich zum Pfifferling eher faserig. Oft symmetrischer gebaut als der dieser.

Vor allem im Nadelwald, auf Strünken oder vergrabenem Holz.

Der Verzehr weniger Exemplare ist unbedenklich, wohin- gegen größere Mengen Magen-Darm-Beschwerden ver- ursachen können. Der falsche Pfifferling hat echte Lamellen, die +/- leicht vom Fleisch trennbar sind. Die Pfifferlinge hingegen gehören zu den Leistlingen. Ihre aderigen Leisten (keine Lamellen!) sind fest mit dem Hutfleisch verwachsen.

Flaschenstäubling

Lycoperdon perlatum (Gattung Stäublinge)

Essbar

Optisch in stielartige Basis und kugeliges Haupt unterteilt. Mit feinen spitzen Schuppen besetzt. Jung weißes festes Fleisch, bei Sporenreife olivbraun pudrig.

In Mischwäldern oder an Wegrändern auf Erdboden, eher selten auf Totholz.

Wenn das innere Fruchtfleisch bis in die Mitte weiß ist, sind die Stäublinge noch essbar. Wichtig dabei ist, dass im Inneren keine Lamellenansätze sind, da es sich dann um junge und sehr giftige Knollenblätterpilze handelt. Von den Stäublingen ist der glatte Riesenbovist der beste Speisepilz und eignet sich in Scheiben geschnitten als Pilzschnitzel.

Hasenstäubling

Bovistella utriformis (Gattung Stäublinge)

Essbar!

Großer rundlicher Fruchtkörper. Jung mit festem, weißen Fleisch, bei Sporenreife gelb-grün pudrig. Oberseits oft bräunlich, selten weiß mit typischer feldriger Struktur, anders als der glatte Riesenbovist.

Wächst aufWiesen und Weiden, an Wegrändern oder in Obstgärten, auch bei Trockenheit. Eher selten, in Deutschland auf der Roten Liste.

Wenn das innere Fruchtfleisch bis in die Mitte weiß ist, sind die Stäublinge noch essbar. Wichtig dabei ist, dass im Inneren keine Lamellenansätze sind, da es sich dann um junge und sehr giftige Knollenblätterpilze handelt. Von den Stäublingen ist der Riesenbovist der beste Speisepilz und eignet sich in Scheiben geschnitten als Pilzschnitzel. Das gilt auch für den Hasenstäubling, dieser ist jedoch selten und daher schonenswert.

Kahler Krempling

Paxillus involutus (Gattung Kremplinge)

Giftig!

Ein für Kremplinge typisch eingerollter Hutrand, auf dem gelegentlich die Lamellenabdrücke zu sehen sind. Braun bis gelb-brauner Hut. Bei Trockenheit oft samtig, nach Regen schleimig. Die hellbraunen, am Stiel herablaufen- den Lamellen verfärben sich aufDruck stark dunkelbraun.

Vor allem im Nadelwald, seltener Mischwald. An Weg- rändern oder in Parks. Sehr häufig.

Der Kahle Krempling galt lange Zeit als beliebter Speisepilz und wird vor allem in Osteuropa auch weiterhin als solcher gehandelt. Der wiederholte Genuss über Wochen, Monate oder Jahre hinweg kann allerdings das nach dem Pilz benannte Paxillus-Syndrom auslösen. Diese Antikörperreaktion gegen die eigenen roten Blutkörperchen kann tödlich enden.

Knollenblätterpilze

Gattung Wulstlinge

Giftig!

Grüner Knollenblätterpilz

Knollige Basis, vergängliche häutige Scheide. Stiel oft grünlich genattert. Selten geruchlos, sonst erst süßlich und später aasartig oder nach Tierkäfig (Ammoniak).

Gelber Knollenblätterpilz

Derbe Knolle, keine Scheide, klar abgesetzt. Geruch nach Kartoffelkeller, Kartoffelkeimen.

Pantherpilz

Rüben- oder Zwiebelförmige Knolle, keine Scheide, Stiel wie eingepropft: Kinder- oder Wandersöckchen. Hutrand gerieft. Ring ungerieft!

Vermehrt im Laub- bis Mischwald. Auch im Nadelwald. Sehr häufig.

Rosa Rettichhelmling

Mycena rosea (Gattung Rettichhelmlinge)

Giftig!

Heller rosafarbener Hut, hygrophan (Farbe variiert je nach Feuchtigkeit), deutlich gerieft (Lamellen scheinen durch). Geruch nach Rettich.

Im Mischwald, gerne bei Buchen. Sehr häufig.

Mögliche Verwechslung mit dem ebenfalls häufigen, aber essbaren Violetten Lacktrichterling. Bei diesem haben Hut und Lamellen die gleiche Farbe. Außerdem stehen dessen Lamellen weit voneinander entfernt.

Maronen-Röhling, Marone

Xerocomus badius (Gattung Filzröhrlinge)

guter Speisepilz!

Oberfläche bei Trockenheit filzig bis samtig, bei Feuchtigkeit eher glitschig. Farbe im jungen Zustand dunkel kastanienbraun, im Alter oft blasser. Die Röhren an der Hutunterseite sind jung blassgelb und alt grüngelb und bläuen bei Druck! Der Stiel weist häufig braune Farbtöne auf.

Wächst in Nadel- und Mischwäldern. Bei uns auch in Kiefernforsten. Mykorrhizapilz. Häufig

Die Marone kann mit anderen Filzröhrlingen wie der Ziegenlippe oder dem Rotfußröhrling verwechselt werden. Diese sind aber alle gute Speisepilze. Der ungenießbare Gallenröhrling hat ein stark abgesetztes braunes Stielnetz, weiß- bis rosafarbene Röhrenmündungen und schmeckt stark bitter.

Parasol

Macrolepiota procera (Gattung Riesenschirmlinge)

Guter Speisepilz

Verschiebbarer Ring! Lamellen nicht am Stiel angewachsen – der Stiel lässt sich +/- leicht aus dem Hut ziehen, ohne dass die Lamellen beschädigt werden. Geruch nussig.

Wächst vor allem in Laubwäldern, an Wegrändern und auf Wiesen. Häufig

Die Pilzhüte erreichen einen Durchmesser von bis zu 30cm. Diese Pilze sollten nicht vom Komposthaufen oder aus Gewächshäusern gesammelt werden, da dort giftige Verwandte aus wärmebegünstigten Gebieten vorkommen können.

Rotfußröhrling

Xerocomellus chrysenteron (Gattung Filzröhrlinge)

Essbar!

Grau-braune bis beige-braune Huthaut, samtig-filzig, ty- pisch feldrig aufreißend. Fraßstellen am Hut sind hellröt- lich. Rote Stielanteile bis komplett roter Stiel. Röhren und Stiel nicht bis stark bläuend.

Im Mischwald und gerne bei Nadelbäumen. Sehr häufig.

Es gibt eine Vielzahl von Rotfußröhrlingen, die sich vor allem durch farbliche Unterschiede auf Hut und Stiel, so- wie durch die Art und Intensität der Verfärbung - unterscheiden. Alle Filzröhrlinge, zu denen u.a. die Rotfußröhrlinge und die Marone gehören, sind sehr häufig von gesundheitsschädlichen Schimmelpilzen befallen. Zur Vermeidung ist der gesamte Pilz auf fleckige, weiß-gelbe Schimmelstellen abzusuchen.

Grünblättriger Schwefelkopf

Hypholoma fasciculare (Gattung Schwefelköpfe)

Giftig!

Hut orange bis grün-gelblich, am Rand häufig mit Hüllresten behangen. Lamellen grünlich bis gräulich.

Häufiger Pilz, der meist büschelig an totem Laub- oder Nadelholz zu finden ist.

In trockenen Jahren oft einer der wenigen Pilze, die noch im Wald zu finden sind. Der verwandte Rauchblättrige Schwefelkopf ist ein guter Speisepilz, sollte aufgrund der großen Ähnlichkeit mit dem giftigen grünblättrigen Schwefelkopf aber nicht gesammelt werden.

Spitzschuppiger Schirmling

Lepiota aspera (Gattung Schirmlinge)

Giftig!

Nicht verschiebbarer, angewachsener, häutiger Ring. Spitze Schuppen auf der Huthaut. Geruch chemisch, widerlich.

Wächst in Laub- und Nadelwäldern sowie an Wegrändern, in Parks und aufSchuttflächen. Häufig

Der größte unter den generell giftigen kleinen Schirmlingen und deshalb möglicher Verwechslungspartner der essbaren Riesenschirmlinge. Diese besitzen aber einen verschiebbaren Ring!

Waldfreundrübling

Gymnopus Dryophilus (Gattung Rüblinge)

Essbar!

Elastischer Hut, dunkelorangebraun bis hellbeige, stark veränderlich. Stiel braun bis orange, oft samtig. Myzelstränge an der Stielbasis.

Wächst von Mai bis November in Laub- und Nadelwäldern. Sehr häufig

Der Pilzhut ist hygrophan, das heißt er verändert je nach Feuchtigkeit seine Farbe. Deshalb ist er einer der veränderlichsten Pilze.

Steinpilze (Fichten-Steinpilz, Sommer-Steinpilz)

Boletus edulis und Boletus reticulatus (Gattung Dickröhrlinge)

Guter Speisepilz!

Hell- bis dunkelbrauner Hut. Meist mit heller Linie am Hutrand. Festfleischig. Stiel meist dickbauchig, daher auch der Gattungsname "Dickröhrlinge". Aber auch schlanker, zylindrisch. Der "echte" Steinpilz, der Fichten-Steinpilz, hat nur am oberen Teil des Stiels ein weißes Stielnetz. Der Sommersteinpilz hingegen weist ein oft durchgängiges, bräunliches Stielnetz vor.

Fichten-Steinpilz vor allem bei Fichte, aber im nordostdeutschen Tiefland auch im Mischwald und sogar nur bei Kiefer. Sommer-Steinpilz vor allem Bei Eichen und Buchen. Häufig, aber oft vereinzelt.

Die Steinpilze sollten nicht mit dem Gallenröhrling verwechselt werden. Dieser hat ebenfalls oft eine stattliche Wuchsform, einen bräunlichen Hut und ein bräunliches Stielnetz. Dieses ist aber weitaus stärker ausgeprägt und erscheint bei älteren Exemplaren furchig. Die Röhrenmündungen werden im Alter außerdem nicht gelblich grün, sondern rosa! Der Gallenröhrling schmeckt stark bitter. Vorsicht bei Dickröhrlingen mit rotem Stiel und heller Huthaut! Satans-Röhrling und Schönfußröhrling sind die schwerwiegendsten Verwechslungsmöglichkeiten.

Echter Zunderschwamm

Fomes Fomentarius (Gattung Zunderschwämme)

Ungenießbar!

Oberseite hellgräulich bis hellgrünlich, sehr harter ledrig/korkiger Pilz. Jährliche Neubildung der Fruchtschicht (Unterseite) führt zu jahresringähnlichem Aufbau des Pilzkörpers.

Holzpilz, bevorzugt Rotbuche oder andere Laubbäume. Häufig

Der Zunderschwamm wurde in der Vergangenheit häufig als Glimmmaterial, Färbemittel oder zur Herstellung von Textilien verwendet.

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