Wildkräutersalat mit Sauerampfer-Holunderblüten-Vinaigrette

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Wildkräutersalat Rezept
Wildkräutersalat Rezept

Rezept Wildkräutersalat mit Sauerampfer-Holunderblüten-Vinaigrette

Gesund und wild

Wildkräutersalat kann mit vielen verschiedenen Kräutern und in den unterschiedlichsten Variationen kombiniert werden. Wir zeigen heute eine Variante mit folgenden drei Wildkräutern, da diese leicht zu erkennen sind und nicht so viele Verwechslungspartner haben: Löwenzahn, wilder Rucola und Sauerampfer.

Die Pflanzen: Sauerampfer, Löwenzahn und wilde Rauke

In dieser Salatkreation verwenden wir drei WIldkräuter. Du kannst natürlich auch andere Arten verwenden und nach Herzenslust kombinieren.

Sauerampfer ist ein Oxalsäure- und Vitamin C – reiches Knöterichgewächs, das häufig auf Wiesen zu finden ist. Vielleicht kennst du den säuerlich-frischen Geschmack, welcher an Zitrone erinnert, sogar schon. Neben Vitamin C, Flavonoide und Protein enthält der Sauerampfer Oxalsäure. Dieser Inhaltsstoff wird in Verbindung mit der Entstehung von Nierensteinen gebracht, weshalb du bei einer Vorbelastung auf den Verzehr verzichten solltest. Auch bei schwangeren Personen und Kleinkindern sollte der Sauerampfer besser weggelassen oder durch ein anderes Wildkraut ersetzt werden. Auch für alle anderen gilt, dass Sauerampfer nur in Maßen genossen werden sollte, bei größeren Mengen am besten in Kombination mit kalziumreichen Lebensmitteln wie beispielsweise Milchprodukte oder auch Sesam. Sauerampfer-Blätter können außerdem mit den ähnlich pfeilförmig aussehenden Blättern der Winde verwechselt werden. Diese giftige Pflanze wickelt und windet sich gerne mal um andere Pflanzen. Hier ist also beim Pflücken Vorsicht gefragt. Damit du sicher bist, dass du das richtige Wildkraut erwischt hast, schau dir weiter unten den Link zum Artprofil an.

Löwenzahn gehört wie Kamille und Sonnenblume zu den Korbblütengewächsen. Er ist relativ Bitterstoffreich und wirkt etwas harntreibend, weshalb er im französischen auch „pissenlit“, zu deutsch „in Bett pisser“ genannt wird. Daneben enthält er auch nicht wenig Vitamin C.

Wilde Rauke hat viele Namen, der sehr botanisch-beschreibende lautet „schmalblättriger Doppelsame“. Du kannst sie auch einfach „wilden Rucola“ nennen, denn sie ist tatsächlich eine der beiden Arten, die gemeinhin und in vielen Zuchtformen als Rucola verkauft werden. Dieses Kreuzblütengewächs ist mit Raps und Senf verwandt.

Geschmack und Inhaltsstoffe des Wildkräutersalats
Wildkräutersalat Rezept

Der herb-bittere Geschmack kommt von den Bitterstoffen des Löwenzahns. Bei diesem Wildkraut können neben den Blättern auch die Blüten gegessen werden. Als Deko machen sich diese mit ihrem leuchtenden Gelb beispielsweise auf dem fertigen Wildkräutersalat sehr schön. Für den Salat empfehlen sich eher die jungen Blätter. Falls du ältere Blätter verwendest, bietet es sich an, diese feiner zu schneiden, da sie etwas bitterer schmecken. Ebenfalls können die Blätter für eine Stunde in Wasser eingelegt werden, damit die Bitterstoffe teilweise entzogen werden.

Der wilde Rucola schmeckt ähnlich wie der im Supermarkt erhältliche Rucola. Allerdings ist sein scharf-aromatischer Geschmack deutlich intensiver verglichen mit den im Handel verbreiteten Sorten. Für das Aroma sind unter anderem die Senfölglycoside verantwortlich. Ebenso enthält das Wildkraut Erucasäure, weshalb du es nicht andauernd in sehr großen Mengen konsumieren solltest.

Sauerampfer enthält Gerbstoffe und Oxalsäure und macht seinem Namen alle Ehre: er ist sauer, was wir vor allem in der Salatsoße gut einsetzen können. Daneben enthält er eine Menge Vitamin C, weshalb er optimal zur Erkältungsvorbeuge eingesetzt werden kann. Wildkräutersalat Rezept: lecker und gesund!

***Hinweis: Sauerampfer enthält nicht geringe Mengen an Oxalsäure. Für gesunde Menschen in Maßen unbedenklich, sollten ältere Menschen und Menschen mit Nierenproblemen auf den Genuss Oxalsäurehaltiger Speisen verzichten***

Rezept Wildkräutersalat

Die Wildkräuter werden in unserem Wildkräutersalat Rezept mit Kultursalat gemischt, damit der Geschmack nicht zu intensiv wird. Je nach geschmacklicher Vorliebe kann das Verhältnis zwischen Salat und Wildkräutern natürlich angepasst werden. Wenn du noch nicht so viel Erfahrung mit der Wildkräuterküche hast, kannst du dich somit langsam an den Geschmack herantasten.

Wir finden die Kombination der drei hier verwendeten Wildkräuter aus herb-bitter, scharf und sauer sehr interessant und passend, da verschiedene starke Aromen zusammengeführt werden und so ein rundes Gesamtbild ergeben.

Die Hauptkomponenten für den Wildsalat sind nun also bekannt. Für die Vinaigrette verwenden wir neben Öl, Essig, Salz, Pfeffer und Holunderblütensirup ebenso etwas kleingeschnittenen Sauerampfer. Mit seinem zitronigen Geschmack ist er eine gute Ergänzung für die Salatsoße. Wer möchte, kann auch noch Senf dazugeben oder den Holundersirup mit etwas Fruchtmarmelade ersetzen.

Als Topping eignet sich für den Salat beispielsweise die oben erwähnten Blüten des Löwenzahns oder auch gerösteter Sesam. Sehr gut passen auch unsere Croutons mit Beifuß.

Und jetzt viel Spaß beim Nachmachen!

Zutaten (als Beilagensalat für 4 Personen):

  • 300 g Kultursalat (z.B. Feldsalat, Kopfsalat)
  • 2 Handvoll Wildkräuter (Löwenzahn, Sauerampfer, Wilder Rucola, Vogelmiere)
  • Öl, Essig,
  • Holunderblütensirup,
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung Wildkräutersalat Rezept:

  1. Wasche und trockne den Salat und die Wildkräuter
  2. Lege ein paar Blätter Sauerampfer für die Vinaigrette beiseite und schneide die restlichen Wildkräuter in grobe Streifen
  3. Schneide den beiseitegelegten Sauerampfer in sehr feine Streifen
  4. Verrühre für die Vinaigrette Öl, Essig und Holunderblütensirup. Schmecke diese mit Salz, Pfeffer und Sauerampfer ab.
  5. Richte den Salat an und gib die Vinaigrette darüber. Serviere mit einem Topping deiner Wahl.

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Spaziergang und Interview mit dem Pilzexperten Victor Grönke

Heute bin ich mit dem Pilzexperten Victor Grönke unterwegs und nutze die Gelegenheit, um ihn zum Thema Pilze auszufragen. Victors Leidenschaft ist seit frühester Kindheit an die Welt der Pilze. Heute gibt er bei Waldsamkeit Pilzführungen und -Weiterbildungen und ist für den Berliner Giftnotruf tätig.

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Pflanzenbestimmung - wie bestimmt man Pflanzen? Teil II: Bestimmungsapps

In der ersten Folge dieser zweiteiligen Reihe haben wir euch die Verwendung von professioneller Bestimmungsliteratur vorgestellt. In Teil 2 richten wir unser Augenmerk auf Pflanzenapps. Welche gibt es und taugen die etwas? Im Anschluss folgt ein NaturNerds – Interview mit Anke Bebber, einer Projektmitarbeiterin von Flora Incognita.

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Pflanzenbestimmung - wie bestimmt man Pflanzen? Teil I: Bestimmungsbücher

In dieser Folge zeigen wir euch wie es aussieht – oder besser gesagt klingt – wenn Botaniker*innen Pflanzen mithilfe von Bestimmungsliteratur bestimmen (oder es zumindest versuchen). Außerdem erläutern wir kurz, warum man überhaupt Pflanzen bestimmt und wie man zukünftig möglicherweise Umwelt – DNA zu Hilfe nehmen wird.

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NaturNerds Podcast - der Natur Podcast der besonderen Art!

NaturNerds Podcast: Urzeitlicher Spaziergang durch Deutschland.

In dieser dreiteiligen Spezialreihe „Urzeitlicher Spaziergang durch Deutschland“ wird Manuel Larbig von Waldsamkeit aus der Nähe von Frankfurt drei verschiedene Zeiten der Vergangenheit bereisen und berichten, was er dort vorfindet. Dafür hat er sich extra im Netz eine gebrauchte Zeitmaschine gekauft und hofft nun, dass sie auch wirklich funktioniert.

Teil 1: Eozän
Teil 2: Eem – Warmzeit
Teil 3: “Eiszeit” (Release 1.7.22)

Dazu gibt es zwei Hintergrundfolgen mit tiefergehenden Infos zu diesen Zeiten, sowie Expert*inneninterviews (Release ab Juli 2022)

Hinweis: unterhalb des Players findest du einen “Abonnieren” Button. Dann verpasst du keine neuen Folgen. Für ein besseres Hörerlebnis empfehlen wir dringend Kopfhörer.

Unsere Waldmeister*innen, die uns über Steady unterstützen, erhalten Zugang zu Bonusfolgen.

Teil 1: Das Eozän. Eine Zeitreise 50 Millionen Jahre in die Vergangenheit.

In Teil 1 reist Manuel mit euch in das tropische Eozän vor 50 Millionen Jahren. Die Alpen wurden gerade erst geboren und es war nicht lange her, dass die Dinos ausgestorben sind. Dort trifft er nicht nur auf Ambulocetus, einem vierbeinigen Vorfahr der Wale, auch sieht er Urpferdchen und riesige Ameisen.

Teil 2: Die Eem - Warmzeit. Eine Zeitreise 120.000 Jahre in die Vergangenheit.

In Teil 2 nimmt euch Manuel mit in die Eem-Warmzeit vor 120.000 Jahren. Deutschland war damals dicht bewaldet und beherbergte Tiere, die man hier niemals erwarten würde, so wie den Waldelefanten oder das Flusspferd.

Teil 3: Die Weichsel Kaltzeit. Eine Zeitreise 20.000 Jahre in die Vergangenheit

Teil 3: Wie sah es bei uns vor 20.000 Jahren aus? Mammuts in Brandenburg und Rentiere in Sachsen. Eine spannende Zeitreise mit dem Biologen Manuel larbig.

Hintergrundfolge Eozän

In dieser Hintergrundfolge zur Spezialreihe “Urzeitlicher Spaziergang durch Deutschland” beschreibt Manuel das Eozän etwas genauer. Er beschreibt die Tiere und Pflanzen, die er während seiner Zeitreise sehen durfte und zeigt auf, wie Europa vor 50 Millionen Jahren aussah. So trifft er unter anderem auf Ambulocetus, einem vierbeinigen Vorfahren der Wale. Das Expertinneninterview hat er mit der Biologin Christine Hogefeld von der UNESCO – Weltnaturstätte Grube Messel vor Ort durchgeführt, eine der spannendsten Fundstellen Deutschlands.

Hintergrundfolge Eiszeit

In dieser Hintergrundfolge zur Spezialreihe “Urzeitlicher Spaziergang durch Deutschland” beschreibt Manuel den Begriff “Eiszeit” etwas genauer und nimmt die beiden zuvor bereisten Zeiten innerhalb des Känozoisches Eiszeitalters unter die Lupe (Eem – Warmzeit und Weichsel Kaltzeit). Er beschreibt die Tiere und Pflanzen, die er während seiner Zeitreise sehen durfte und zeigt auf, wie MItteleuropa sich seit 2,7 Millionen Jahren stetig verändert. Das Expertinneninterview hat er mit der Paläobiologin Lukardis Wencker vom Hessischen Landesmuseum in Darmstadt vor Ort durchgeführt.

Folgende Quellen und weiterführende Literatur können wir empfehlen:

Koenigswald, Wighart von (2002). Lebendige EisZeit (2.Auflage) Theiss.

Streit, Bruno (2007). Was ist Biodiversität? : Erforschung, Schutz und Wert biologischer Vielfalt. Beck.

Küster, Hansjörg (2019). Der Wald. Natur und Geschichte. CH Beck.

Andere Beiträge , passend dazu

Verwirrung um Titel bei Kräuterkundeausbildung

Ausbildung Kräuterkunde

Viel Verwirrung bei einer Flut an Ausbildungen im Bereich Wildkräuter

Ein Überblick

Googelt man den Begriff „Ausbildung Wildkräuter“ oder „Ausbildung Kräuterkunde“, findet man viele unterschiedliche Unternehmen und Einrichtungen, die Weiterbildungen im Bereich Wildkräuter anbieten. Das ist ein gutes Zeichen, schließlich zeugt das von einem wachsenden Bedürfnis nach Naturnähe und gesünderer Ernährung in einem immer größer werdenden Teil der Bevölkerung. Diese Bildungs – Anbieter, zu denen wir uns ebenfalls zählen, haben ganz verschiedene Ansätze. Um den Inhalt und den Ansatz der jeweiligen Ausbildung auf einen aussagekräftigen Begriff einzudampfen, wurde ein bunter Strauß an Titeln erfunden, von denen jedoch bis dato keiner staatlich anerkannt ist. In diesem Artikel bringen wir etwas Licht ins Dunkel, etwas Ordnung ins Begriffechaos.


Ausbildung zur Kräuterpädagogin, Weiterbildung zur Kräuterkundigen oder Kräuterexpertenausbildung? Welche Wildkräuterausbildung ist die Richtige für mich?


Es ergibt Sinn, sich vor der Ausbildung klar zu machen, was man eigentlich Lernen möchte, bzw. welche Fähigkeiten man erlangen will. Das schöne ist, dass es mittlerweile so viele Anbieter gibt, dass mit Sicherheit für jeden etwas dabei ist.Hier eine grobe Übersicht:

Naturwissenschaftliche und Naturheilkundliche Wildkräuterausbildungen

Wir von Waldsamkeit würden unsere Angebote zu diesem Ausbildungsansatz dazuzählen. Wir haben Biologen, Naturschützer, Förster und sogar eine Medizinerin an Bord, die alle aus dem Bereich Naturwissenschaften kommen. Dabei wollen wir im Rahmen unserer Angebote die elitären, verstaubten Strukturen der Universität verlassen, um außerhalb der Institutionen mit frischer kreativer Energie das Wissen um unsere heimischen Wildpflanzen mithilfe der Naturwissenschaftlichen Ansätze vermitteln. Dabei werden wir von Heilpraktikern und Phytotherapeuten unterstützt, die sich der Naturheilkunde verschrieben haben. Denn es gibt viele Wildkräuter, die früher zu Heilzwecken benutzt wurden, deren Heilwirkung heute wissenschaftlich belegt ist. Schau dir doch einmal zum Vergleich unsere Wildkräuterausbildung an.

Spirituelle Wildkräuterausbildungen

Einigen ist eine ganzheitliche Ausbildung wichtig, bei der Spiritualität in Verbindung mit Pflanzenwissen eine große Rolle spielt. Dabei begibt man sich auf die Spuren vorchristlicher Schamanen und der Kräuterfrauen im Mittelalter. Dabei geht es nicht so sehr um historisch belegte Rituale und Weltansichten, sondern vielmehr um heutige Interpretationen dieser, denn tatsächlich ist die Faktenlage gerade aus vorchristlicher Zeit mehr als dünn, Anthropologen und Historiker wissen kaum etwas über die Rituale in dieser Zeit. Teilweise werden spirituelle Einflüsse aus anderen Kulturkreisen (Nordamerika, Ostasien)  eingeflochten und mit unseren heimischen Wildkräutern in Verbindung gebracht. Ein historischer Beleg ist aber auch nicht unbedingt nötig, solange man sich mit dem Gesamtansatz wohlfühlt. Wer sich dafür interessiert, sollte sich nach Wildkräuter – Jahresausbildungen oder spirituellen Wildkräuterausbildungen umsehen.

Wildkräuterausbildung nach Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen ist zur Zeit in aller Munde, um die bekannteste aller Benediktinerinnen (1098 – 1179 n.Chr.) entsteht gerade in großer Hype. Und das nicht ganz zu unrecht: Hildegard war für ihre Zeit eine begnadete Pflanzenkundlerin und hatte eine scharfe Beobachtungsgabe. Jedes Jahr kommen neue Bücher zu diesem Thema heraus, ob Heilkrauttipps oder Kräuterteemischungen von Hildegard von Bingen – oft werden ihre Empfehlungen eins zu eins übernommen. Das kann durchaus gefährlich werden, schließlich weiß man heutzutage einiges über krebserregende Inhaltsstoffe einiger Pflanzen, die Hildegard von Bingen gar nicht kennen konnte. Folgeschäden gab es schlichtweg nicht im Mittelalter, man ist viel früher gestorben oder aber hat Tod und Krankheit mit anderen Dingen in Verbindung gebracht. Nichtsdestotrotz hat auch dieser Ausbildungszweig natürlich seine Berechtigung und zieht immer mehr Interessierte in seinen Bann. Wer sich dafür interessiert, sollte sich nach einer Kräuterkunde Ausbildung nach Hildegard von Bingen umsehen.


Wie aussagekräftig sind Wildkräuterausbildungs – Zertifikate und -Titel?


In Deutschland werden die staatlich anerkannten Ausbildungen über das Berufsbildungsgesetz oder die Handwerksordnung geregelt. Diese sind durch eine Ausbildungsordnung festgelegt und bundeseinheitlich geregelt. Die folgenden Weiterbildungs – und Ausbildungstitel im Bereich Wildkräuter sind nicht staatlich anerkannt:

  • Kräuterpädagoge / kräuterpädagogin
  • Heilpflanzenausbildung
  • Wildkräuterausbildung
  • Kräuter-Erlebnispädagoge/in
  • Wildkräuterguide
  • Wildkräuter-Jahresausbildung
  • Kräuterexpertenausbildung
  • NaturCoach
  • Kräuterfachfrau
  • Kräuterfrau
  • Kräuterkundiger

Das bedeutet natürlich nicht, dass eine staatlich anerkannte Ausbildung besser sein muss als eine, die es nicht ist. Jedoch ist es so, dass diese Begriffe nicht geschützt sind. Sprich: jeder kann sich Kräuterpädagoge, Kräuterfachfrau oder Wildkräuterguide nennen. Das ist ähnlich wie bei den Fotografen.

Fazit:

Keine der Ausbildungstitel ist geschützt, prinzipiell kann sich jeder so nennen. Daher ist es wichtig, sich die Ausbildungsstätte genau anzusehen und sich die Reputation vor Augen zu führen. Eine Ausbildung bei einer unbekannten Kräuterfrau hat vielleicht später einmal eine andere Aussagekraft, als bei einem bekannten Bildungsinstitut. Das ist jedoch nur der Fall, wenn man später beruflich etwas in dem Bereich machen möchte. Wer sich privat dafür interessiert oder sich persönlich weiterentwickeln möchte, muss diesen Punkt wahrscheinlich nicht unbedingt beachten.


Werden Pflanzen nach der Blüte giftig?

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Werden Pflanzen nach der Blüte giftig?
Praxistipps

Werden Pflanzen nach der Blüte giftig?

Werden Pflanzen nach der Blüte giftig?

Rosmarin, Thymian, Bärlauch. Nach der Meinung einiger dürfen diese und andere Pflanzenarten nach der Blüte nicht mehr verwendet werden, da sie schädlich wirken könnten. Sie würden nach der Blüte giftig werden. Ist da etwas dran? Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Arten, die durch das Blühen gesundheitsschädlich werden. Welche das sind und wann man diese sammeln sollte, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Werden Pflanzen nach der Blüte giftig? Grundsätzlich kann man sagen, dass Pflanzen nicht durch den Blühvorgang per se giftig werden. Pflanzenarten, die man bedenkenlos vor der Blüte verwenden kann, lassen sich auch nach der Blüte noch verwenden. Es gibt aber eine Hand voll Pflanzenarten, die man nach der Blüte besser nicht verwendet – jedoch sind das Arten, die man auch vor der Blüte nur in Maßen verzehren sollte. Hier stellen wir Pflanzen vor, die von vielen Menschen nach der Blüte als giftig oder ungenießbar eingestuft werden. Dabei decken wir den einen oder anderen Mythos auf!

Werden Pflanzen nach der Blüte giftig?

Bärlauch

„Darf man Bärlauch nach der Blüte noch essen?“ Diese Frage bekommen wir auf unseren Frühlingsführungen oft gestellt. Die Antwort ist: Ja. Bärlauch bildet keinerlei Giftstoffe nach der Blüte. Bärlauch ist zum Teil schon im Februar zu finden: aus seinen Zwiebelchen schießt er schnell in die Höhe, denn er muss sich beeilen. Da er meist in kalkreichen Wäldern steht, hat er nicht viel Zeit, Fotosynthese zu betreiben, bevor die großen Bäume um ihn herum ein dichtes Blätterdach entwickeln. Demensprechend blüht er manchmal schon Ende März und fängt zum Teil Ende April, Anfang Mai schon an, wieder einzugehen. Das ist auch der Grund, warum man ihn vor der Blüte sammeln sollte: danach fängt er nämlich an zu welken. Übrigens kann man die Blüten genauso verspeisen, wie die köstlichen Zwiebelchen. Nur mit dem Maiglöckchen sollte man ihn nicht verwechseln!

Gartenkräuter wie Rosmarin, Basilikum, Salbei, Petersilie

Diese aus dem Mittelmeerraum stammenden Arten kommen bei uns natürlicherweise nicht vor und sind streng genommen bei uns keine „Wildkräuter“. Nicht wenige Menschen glauben, dass man die Blüten abzupfen sollte, sobald sie erscheinen, da sie sonst ungenießbar werden könnten. Verschiedene Studien zeigen, dass der Gehalt an ätherischen Ölen vor der Blüte höher ist als danach. Das hat mehrere Gründe. Zum einen helfen ätherische Öle, große Hitze zu überstehen, was am Ende des heißen Sommers nicht mehr im selben Maße nötig ist. Zum anderen dienen diese dem Anlocken von Bestäubern, auch dies ist nach der Blüte nicht mehr nötig. Giftig werden diese Pflanzen also nicht, sondern sie verlieren höchstens an Aroma. Und ein Abschneiden der Blüten ändert in diesem Falle wahrscheinlich ohne hin nicht viel.

Wird Petersilie nach der Blüte giftig?

Auch die Petersilie ist kein heimisches Wildkraut, es stammt aus Südeuropa und ist hier und dort bei uns verwildert. Über die Petersilie und ihre Giftwirkung gibt es im Internet einen Haufen falscher Informationen, scheinbar stetig voneinander abgeschrieben. Petersilie wurde zur Giftpflanze des Jahres gekürt – sie muss ja demnach giftig sein, oder?

Fälschlicherweise wird im Internet oft berichtet, dass Petersilie nach der Blüte giftig würde. Das kann nicht bestätigt werden. Einzig die Samen enthalten relevante Mengen des gesundheitsschädlichen Stoffes Apiol ,weshalb man diese keinesfalls verwenden sollte. Die Blätter enthalten vor allem in den küchenüblichen Mengen viel zu wenig davon und können bedenkenlos auch nach der Blüte verwendet werden. Mehr Infos dazu gibt es auf der Website des bot. Gartens Wandsbek, der jedes Jahr die Giftpflanze des Jahres kürt.

Scharbockskraut

Dieses Hahnenfußgewächs ist eines der wenigen Vertreter einer Familie, die gemeinhin als giftig eingestuft wird. Der Grund liegt u.a. in den giftigen Protoanemoninen, die sich negativ auf das Nervensystem auswirken können. Scharbockskraut kann man bereits im März finden und gehört zu dem ersten frischen und Vitamin C haltigen Grün im Frühling. Vor der Blüte ist der Gehalt am Protoanemonin relativ gering, weshalb man ihn besser vor der Blüte sammeln sollte. Danach lässt er sich einfach schwer einschätzen. Dieser Giftstoff wir in das ungiftige Anemonin umgewandelt, sobald die Pflanze zu welken beginnt, weshalb auch vor der Blüte empfohlen wird, die Blätter für 2 Tage offen liegen zu lassen.

Waldmeister

Waldmeister enthält ebenso wie Zimt und Steinklee einen sekundären Pflanzenstoff namens Cumarin. Dieser kann im Übermaß Schwindel, Erbrechen und Kopfschmerzen verursachen. In den 70ern vermutete man zudem eine krebserregende, sowie in bestimmten Fällen leberschädigende Wirkung, weshalb der Einsatz echten Waldmeisters in Lebensmitteln (Kinderlimo, Wackelpudding etc.) weitestgehend verboten wurde. Die krebserregende Wirkung konnte nicht bestätigt werden, dennoch gibt es weiterhin Höchstgrenzen in verarbeiteten Lebensmitteln. Nach der Blüte steigt der Gehalt an Cumarin in Waldmeister an, sodass man davon abrät, ihn nach der Blüte zu sammeln. Vor der Blüte sollte man sich an den Richtwert von 3g / Liter halten. Letztlich wird der Waldmeister nach der Blüte nicht giftig, sondern der Gehalt an (vorher ebenfalls vorhandene) potentiell schädlich wirkendem Stoff nimmt nach der Blüte zu.

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Quellen:

Larbig, Manuel. Mein Wildkräuterguide. Penguin Verlag, 2021.

Zawiślak, Yield and chemical composition of essential oil from Salvia officinalis L. in third year of cultivation, Herba Polonica, 2014

https://web.archive.org/web/20130302040717/http://dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=834 (abgerufen 15.11.21)


Wilder Rucola

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Schmalblättriger Doppelsame - Wilde Rauke - Wilder Rucola

Der leckere Wildsalat

Auf den mittlerweile fast eintausend Kräuterführungen, die wir geben durften, gab es keinen Fall, bei dem Teilnehmer*innen nicht sofort eine geruchliche Verbindung zu einem bekannten Salatkraut herstellte: Rucola. Die Wildform ist so intensiv und lecker, dass sie zu unseren TOP 10 der Küchenwildkräutern gehört. Warum man ihn jedoch nicht massenhaft im Smoothie verwenden sollte, was haarige Raupen mit ihm am Hut haben und vieles mehr erfahrt ihr im folgenden Artportrait zum wilden Rucola.

Hinweis: Aufgrund der enthaltenen Erucasäure kann eine Überdosierung in Verbindung mit einer Langzeitaufnahme schädlich wirken. Wir raten vom dauerhaften Verzehr großer Mengen ab (siehe Artikel Wildkräutersmoothies – Nutzen & Gefahren)

Kapitel 1: Merkmale

Die gelben Blüten mit den vier Kronblättern lassen bereits Einsteiger vermuten, dass diese Ähnlichkeit mit dem bekannten Raps besteht.

Die Blätter der wilden Rauke sehen aus wie klassischer Rucola, das ist ja auch kein Wunder, denn die wilde Rauke IST Rucola. Auch der Geruch lässt ihn sofort erkennen, wobei man sich niemals nur auf den Geruchssinn verlassen sollte, hier sind optische Merkmale vorrangig. Ein Teil der Blätter kommt scheinbar aus dem Punkt im Boden, aus dem auch der Stängel zu kommen scheint. Daneben gibt es auch am Stängel die typischen Laubblätter. In der Blattmitte findet man einen hellen Streifen, sie sind tief eingeschnitten und etwas sägeartig (“gezähnt”).  Die gesamte Pflanze ist kaum oder nicht behaart.

Die später erscheinenden Schoten sind schmal und länglich.

Kapitel 2: Botanisches

Diese wie Kohl, Raps und Senf zu den Kreuzblütlern gehörende Kraut ist eine der beiden Arten (die andere ist die Garten-Senfrauke), die im Handel unter vielfältig gezüchteter Sorten als „Rucola“ verkauft und angeboten werden. Rucola ist übrigens überhaupt nicht mit den Blattsalaten wie Eisbergsalat oder Kopfsalat verwandt, diese gehören nämlich wie Kamille, Gänseblümchen und Co zu den Korbblütlern. Der „offizielle“ Trivialname lautet „schmalblättriger Doppelsame“, unromantischer kann eine Pflanze kaum klingen. Im Folgenden werden wir sie „wilden Rucola“ nennen.

Die immer paarig gegenüberstehenden Laubblätter des Gundermanns stehen von oben betrachtet mit dem darunterliegenden Blattpaar im Kreuz („kreuzgegenständig“), die Paare sind also immer um 90° versetzt. Die Blätter haben eine rundliche bis herzförmige Form und sind am Rand gekerbt, bilden also viele kleine „Bubbel“.  Gundermann kann zwar mithilfe der erwähnten Ausläufer recht lang werden, wird aber nicht besonders hoch: selten höher als 20cm.

Der Schmalblättrige Doppelsame ist ein im 18. Jahrhundert aus dem Mittelmeerraum eingewanderter Neophyt, der bei uns im Winter nicht selten mit den Grundblättern überwintert, also Mehrjährig ist. Wilde Rauke wird einerseits von Insekten bestäubt, nicht selten jedoch befruchtet sie sich ganz einfach selbst.

Kapitel 3: Inhaltsstoffe & Verwendbarkeit

Wilder Rucola enthält gesundheitsfördernde Bitterstoffe und Senfölglycoside. Was die Wertigkeit auf Mineralstoffe und Vitamine bezogen angeht, gibt es leider keine Untersuchungen. Die ebenfalls enthaltene Erucasäure kann Herzverfettung und Veränderungen des Herzmuskels begünstigen, auch wenn hier tiefergehende Langzeitstudien fehlen. Doch solange keine Entwarnung gegeben werden kann, empfiehlt es sich, in nicht täglich über lange Zeiträume zu verwenden. Der wilde Rucola ist ansonsten ein sehr wertvolles Küchenwildkraut, das vielseitig einsetzbar ist.

Wilder Rucola in der Küche

Der wilde Rucola schmeckt viel intensiver als der Gekaufte, ist zudem kostenlos, ziemlich häufig und kann eine große Zeitspann gesammelt werden. Wer ihn einmal entdeckt und wertgeschätzt hat, wird keinen Rucola mehr kaufen müssen. Im Prinzip lässt sich die Wildform genau so verwenden, wie man auch die kultivierten Sorten verwenden würde: im Salat, mit Tomaten, als Pesto, auf der Pizza. Der scharf-bittere Geschmack macht sich aber auch hervorragend in anderen Gerichten.

Hier findest du Rezepte mit Wilder Rauke:

Heilwirkung von Wildem Rucola

Vielen Wildkräutern werden diverse Heilwirkungen nachgesagt. Uns ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich dabei um Erfahrungswerte handelt (Volksmedizin, Teile der Naturheilkunde etc.) oder ob es dazu Studien nach anerkannten wissenschaftlichen Standards gibt. Hier sind unsere Rechercheergebnisse:

Heilwirkung von Wildem Rucola aus Sicht der Rationalen Phytotherapie (durch Studien belegt)

Es fehlen derzeit Studien zur Wirksamkeit des wilden Rucolas bei Krankheiten. Es wird Zeit!

Heilwirkung von Wildem Rucola aus Sicht der Volks- / Naturheilkunde (nicht durch Studien belegt)

Dadurch, dass diese Art erst seit dem 18. Jahrhundert bei uns ist, war sie lange nicht im Fokus der mitteleuropäischen Naturheilkunde. Die Römer verwendeten sie als entzündungshemmendes und harntreibendes Mittel.

Kapitel 4: Verwechslung & Gefahren

Der wilde Rucola kann von Einsteigern mit anderen Arten der Familie der Kreuzblütengewächsen verwechselt werden, wobei nur wenige andere Arten diese typischen „Rucolablätter“ hat. Auch wenn wir den Geruchssinn immer als schlechten Partner in Sachen Pflanzenbestimmung einschätzen, kann man hier aufgrund des sehr starken und typischen Geruches eine Ausnahme machen: riecht die Pflanze stark nach Rucola, ist sie es sehr wahrscheinlich, tut sie das nicht, besser stehen lassen. Dies reicht jedoch nicht als einziges Bestimmungsmerkmal. Des Weiteren könnte man den wilden Rucola außerhalb der Blüte mit den als krebserregenden und leberschädigenden eingestuften Greiskräutern (Senecio sp.) verwechseln, Einsteiger warten besser, bis die Blüte zu sehen ist.

Hinweis: Aufgrund der enthaltenen Erucasäure kann eine Überdosierung in Verbindung mit einer Langzeitaufnahme schädlich wirken. Wir raten vom dauerhaften Verzehr großer Mengen ab.

Greiskräuter (Senecio sp.)

Greiskräuter stehen im Verdacht, leberschädigend und cancerogen zu wirken, weshalb sie nicht gesammelt werden sollten. Einige Arten dieser Gattung haben Rucola ähnliche Blätter, Einsteiger warten die Blüte ab, denn diese ist gänzlich anders als die Rucola Blüte, auch wenn sie ebenfalls gelb blühen. Die Greiskräuter gehören nämlich zu den Korbblütlern und sind daher mit Löwenzahn und co. verwandt, mit denen sie auch denselben Blütenaufbau teilen.

Andere Kreuzblütler

Die Familie der Kreuzblütler ist sehr groß, darunter gibt es auch viele gelb blühende Arten, die allermeisten sind ungiftig, schmecken höchstens nicht besonders gut. Nur eine handvoll haben Rucolaaähnliche Blätter, gepaart mit länglichen Schoten und unbehaarten Blättern, allenvoran Vertreter der Sumpfkressen (Rorippa sp.) und Sisymbrium sp. Die giftige Art, die man theoretisch mit der wilden Rauke verwechseln kann, ist:

  • Österreichische Rauke (Sisymbrium austriacum): diese Art enthält herzwirksame Glycoside. Doch keine Angst: sie ist bei uns extrem selten, ein Finden gleicht einem 6er im Lotto. Die Blüten stehen im Gegensatz zur wilden Rauke sehr dich gedrängt.

Kurzcheck "die Richtige"

Alle wichtigen Erkennungsmerkmale der Wilden Rauke zusammengefasst.

Kapitel 5: Sammelorte & Sammelzeiträume

In diesem Kapitel wollen wir uns mit der Sammelpraxis beschäftigen. Wo finde ich wilden Rucola , wo kann ich ihn am besten Sammeln? Und welche Jahreszeit ist die beste, um wilden Rucola zu Sammeln?

Wilde Rauke kommt bevorzugt auf Ruderalfluren, aber auch auf der einen oder anderen Wiese, jedoch nur im Offenland vor. Häufig findet man sie in Städten: ob hinter der Bushaltestelle, einer Baustelle oder Sandhaufen – sie ist dort sehr häufig zu finden. Sammeln kann man sie von April bis zum Teil in den Dezember hinein. Wilder Rucola blüht von Mai bis September.

Kapitel 6: Mythologisches & Historisches

Woher kommt der Name wilde Rauke und Rucola? Was haben unsere Vorfahren mit wildem Rucola verbunden, welche Mythen ranken sich um ihn? Was gibt es sonst noch interessantes über wilde Rauke zu berichten?

Der Trivialname „schmalblättriger Doppelsame“ ist offenkundig ein sehr beschreibend-botanischer Name. „Rucola“ ist italienisch und kommt ebenfalls wie das deutsche „Rauke“  von lat. „eruca“. Die Etymologen sind sich uneinig, woher dieser Name kommt, evtl. beruht dieser auf den Namen der behaarten Larve des Kohlweißlings, einer Raupe, die leibend gerne Kohl und Rauke frisst. Die bereits erwähnte Erucasäure war übrigens früher auch in Raps, erst nach dem „herauszüchten“ dieser konnte Rapsöl in großen Mengen für den täglichen Verzehr verarbeitet werden. In Garten- und Feldzuchtformen ist Erucasäure weitestgehend ebenfalls herausgezüchtet. Es gibt immer wieder Menschen, die den Geruch dieser Pflanze als unangenehm empfinden, weshalb sie auch den unrühmlichen und nicht fairen Namen „Stinkrauke“ erhalten hat. Teilweise wird sogar ein Geruch nach Schweinebraten wahrgenommen. Die schmalblättrige Doppelsame kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist deshalb relativ trockentolerant.

Quellen:

Larbig, Manuel , Mein Wildkräuterguide. Penguin Verlag, 2021.

Sauerhoff, Friedhelm: Etxmologisches Wörterbuch der Pflanzennamen.

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbh Stuttgart, 2003.

Söhns, Franz: Unsere Pflanzen . Teubner, 1912.