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Bei de Mudder!

11. Mai

Die Nacht wird noch schlimmer als befürchtet. Verdammt, warum musste hier der ganze Wald diesen riesigen Ackerwüsten weichen. Jetzt konnte ich mich hier nicht gescheit gegen die Kälte schützen…gegen 00:30 in der Nacht wache ich trotz isolierender Grasmatratze und Rettungsdecke zitternd auf. Es hilft alles nichts, ich muss weiterlaufen. Also packe ich schlaftrunken meinen Kram und laufe Richtung Rhein. Dort setze ich mit der Fähre nach Gernsheim über. Jetzt bin ich doch schon so nah an meiner ersten größeren Station Darmstadt-Eberstadt! Nein, ich mache jetzt keine Rast mehr und laufe einfach immer weiter. Nachdem ich in den letzten 24h fast 60 km gelaufen bin, komme ich bei meiner Mutter an. Geschafft! Drücken, Essen, Duschen, Pennen.

Heimad isch kimm!

10. Mai

Sehr schlecht geschlafen, ohne Laubhütte sind die Nächte noch sehr kalt…Die Sonne wärmt meine müden Glieder, laufe durch die mind Windrädern und riesigen Weinbergen durchsetzete Ostpfalz. Und da am Horizont: Die Bergstraße und der Odenwald, ich kann sie deutlich erkennen! Heimatgefühl und die Freude auf ein Wiedersehen mit meiner Mutter und Freunden packt mich. Der Anblick verschafft mir neue Energie, irgendwie scheinen sich die Bleischuhe in bleifreie Schuhe verwandelt zu haben. Rocko ist Müde von der Hitze, wir machen oft Rast. Abends bereite ich eine Grasmatratze an einem See 15 km vor dem Rhein auf. Kein Wald=Kein Laub=Keine Laubhütte=beschissene Nacht. Feuer ist hier auch nicht möglich, da zu nah an Besiedlung und Schildern warnen überall davor…Mir bangts schon beim einschlafen vor der Kälte der Nacht.

Turmfalkengeturtel

9. Mai

Laufe heute viel Feldweg. Fuchs, Rehe und Feldhasen gesehen. Schlage mein Lager in einer kleinen Baumgruppe zwischen 3 Feldern auf. Abends kommen mich ein Pärchen Turmfalken und nachts ein Pärchen Fasane besuchen. Letztere sind fürchterlich laut und das Männchen trötet ständig. Ich sammel wirklich besondere Erfahrungen: ich bin der Natur so nah, wohne in ihr und besuche sie nicht nur. So bekomme ich auch viel “privatere” Verhaltensweisen der Tiere mit, da ich nicht wie beim Spazierengehen in einen Lebensraum hereinbreche, sondern u.U schon Stundenlang dort verweile und kaum noch bemerkt werde. Bei einem normalen Spaziergang hat man wahrscheinlich selten die Gelegenheit unter einem Turmfalkenpaar zu liegen und sie beim turteln zu beobachten und zu belauschen…

Verlust und Sauerei

8. Mai

Bin gerade ziemlich an Eindrücken gesättigt, heute nehme ich kaum etwas wahr. Laufe wie gesteuert und konzentriere mich nur auf den Weg und die verbleibenden Kilometer.  Doch aus dieser Blase werde ich promt herausgerissen, als direkt neben mir am Wegesrand 4 Frischlinge aufspringen und quiekend durch den Wald rennen. Sie waren perfekt getarnt im Laub. Die Rotte samt Mutter sehe ich (zum Glück) nirgends…

Abends bemerke ich, dass ich bei einer Hang-Rutsch-Partie mein Messer verloren haben muss…Ein großer Verlust während so einer Tour. Doch ich werde später Ersatz finden.

 

Kein Bock auf Müßiggang

7. Mai

Wollte ursprünglich den 7.Tag ruhen, habe aber Lust zu Laufen. Ältere Menschen grüßen mich meist freundlich, jüngere blicken eher ängstlich drein. Ich glaube die ältere Generation hat das Bild eines müden Wandersmannes im Kopf, wenn Sie mich sehen. Bei den Jüngeren ist dieses Bild nicht mehr so präsent und sie denken eher an einen Penner…Abends baue ich mir aufgrund der steilen Hänge überall auf einem Waldweg eine Laubmatratze. Als ich mich gegen 8 hineingelegt habe, kommt der Förster mit dem Jeep vorbei. Hält nicht an, sondern grüßt mich nur freundlich. Bis jetzt nur auf nette Forstleute gestossen, toitoitoi.

Tief im Wald

6.Mai

Sehr schöner Tag, komme gut voran. Scheine 7-Meilen-Stiefel anzuhaben. Mittags kaufe ich bei einem Bauern eine Flasche Pfälzer Landwein und trinke sie zum Vesper. Etwas angeduselt gehts weiter. Obwohl die Nächte teils hart und kalt sind, bin ich tagsüber erstaunlich fit. Nachmittags erreiche ich ein wunderschönes (und noch vom Tourismus verschontes !! ) Mittelalterdörfchen Elmstein, in dem die Zeit stehen geblieben scheint. Abends schlafe ich an einer alten Mauer im Wald, nehem ein paar Steine heraus und nutze das ganz als Kamin…

 

Pfälzer Wald

5. Mai

Morgens beobachte ich einen Feldhasen, der zur Quelle neben mir zum Trinken kommt. Der Pfälzer Wald ist ein wunderschöner deutscher Märchenwald mit vielen Felsen samt Höhlen. In einer davon verbringen wir unsere Nacht.

Hier kommt die Sonne

4.Mai

 

Endlich Sonne ! Endlich trocken! Die Sonne holt mich zwar aus meinem Tief, mache jedoch eine unschöne Erfahrung. Sehe aus wie ein Landstreicher, rieche auch so. Total verdreckt vom Laubhüttenbau. Gehe in Homburg einkaufen, die Menschen mustern mich argwöhnisch bis angeekelt. Kein schönes Gefühl…beim Füße neu vertapen vorm Edeka bekomme ich sogar 2€ hingeworfen. Abends bei Schmitshause an einer Feuerstelle rede ich mit 2 Männern und frage, ob ich dort übernachten könne. Später kommt einer der beiden wieder und entpuppt sich als Bürgermeister der Gemeinde. Doch statt einer Rüge bekomme ich Brot, Wurst und Hundeleckerlies! Das hat mich sehr berührt.

Tief

3. Mai

Habe trotz guter Nacht ein kleines Tief, es ist dauerhaft grau und nieselt. Würde so gerne in der Sonne trocknen. Ich werde oft misstrauisch beäugt, als wäre ich ein Landstreicher. Eigentlich bin ich das ja sogar grade auch. Meine dreckigen Klamotten machen das Bild perfekt.

Noch mehr Regen

2. Mai

Habe die Nacht vielleicht 2 Stunden geschlafen, bin fix und alle. Tagsüber merke ich diesen Schlafentzug an meiner schlechten Kondition, ich bin kurzatmig und schwach. Wieder den ganzen Tag nur Regen, ich werde gar nicht richtig trocken. Das Saarland ist putzig, erinnert mich landschaftlich an die Modelleisenbahn meines Opas. Abends mehr Mühe mit der Laubhütte gegeben. Hat sich prompt ausbezahlt: Die Nacht fast durchgeschlafen.

Regen

1.Mai

Eine dicke Wolkendecke hat mich heute Nachmittag in Saarbrücken willkommen geheißen. Nachdem ich mir im Regen 15km weiter eine Laubhütte gebaut habe, liege ich klamm und müde darin. Mitten in der Nacht muss ich Rocko meine Funktionsunterwäsche geben, da er stark friert. Er kann daraufhin im Gegensatz zu mir die Nacht durchschlafen.

Leider nichts gefunden.